Ulrich Schürrer hat geschrieben:
Mir stinkt ehrlich gesagt diese Unterscheiderei in "Konvertiten" und "gebürtige Alt-Katholiken", als ob das Eine etwas Besseres als das Andere wäre.
Erstens gibt es keine "geborenen" oder "gebürtigen" Alt-Katholiken (Soweit mir bekannt ist, kommen alle Kinder ungetauft zu Welt

), es gibt nur zwei Zugangswege zur alt-katholischen Kirche: durch Taufe oder durch Konversion. Und wollen wir tatsächlich sowas wie einen AK-Adel, der die "Gnade der alt-katholischen Geburt" hat? Je mehr Generationen ak, desto besser? Quatsch.
Theologisch gesehen kann es natürlich keine "geborenen" oder "gebürtigen" Altkatholiken geben. Diese Rede hat sich aber so eingebürgert, um den Fakt zu beschreiben, dass manche unter uns praktisch in die Kirche hineingeboren wurden, einfach deshalb, weil ein oder beide Elternteile der Kirche angehören und sie dementsprechend ak getauft und erzogen wurden.
Und natürlich unterscheidet die Biographie und auch die "Sozialisierung" (wie ihr dem so gerne sagt) die gebürtigen Altkatholiken von den Konvertiten, was sich nicht selten auch in einer deutlich unterschiedlichen Identität und Glaubensausrichtung der Genannten zeigt.
Es gibt auch zwischen den Konvertiten deutliche Unterschiede. Insbesondere zwischen solchen aus einer als autoritär und aufzwingend empfundenen Religionsgemeinschaft und jenen, die aus einer kommen, die als aufgeschlossen wahrgenommen wird. Erstere haben vielfach den Hang zur Beliebigkeit, eine Abneigung gegen jegliche Art von Lehre und kirchlicher Autorität und sowie gegen "veraltete Liturgieformen". Letztere haben damit weniger Schwierigkeiten, denn viele von ihnen haben ihre Gemeinschaft verlassen, um mehr "Gebundenheit" und Tradition zu erfahren, weil ihnen das Larifari in ihrer Ursprungskirche zu viel wurde (da kenne ich sogar einige), sie im Glauben aber trotzdem keine Papstfigur akzeptieren können.
In kenne auch viele Altkatholiken, denen es unwohl ist mit zuvielen "Neuen", die alte Zeiten bedauern und ihre Identität und Tradition in Gefahr sehen, wenn zuviele Neue kämen. Man würde sich überfordert fühlen. Das ist m.E. mit ein Grund, warum in der CKK eine offensivere Art gegen aussen und ein weitergehendes Mitgliederwerben immer wieder zurückgewiesen wird. Ich höre jedenfalls immer wieder, dass man froh ist, noch (!) in der Mehrheit zu sein. So erklärt es sich übrigens auch, dass solange keine Konvertiten zu Bischöfen gewählt wurden. Rein ist der erste seit +Herzog, der nicht in der CKK aufgewachsen ist.
Da sich in der AKD der Klerus zu ca 99%, die Synodalvertretung wohl zu 100% und die aktiven Mitglieder in überwältigender Mehrheit aus Konvertiten zusammensetzt, stellen sich solche Fragen allerdings nicht (mehr). Nur im tiefsten Süden gibt es wohl noch vereinzelte Gemeinden mit starker genuin altkath. Zusammensetzung. Die meisten "gebürtigen" Altkatholiken in DE sind entweder bereits verstorben, inaktiv geworden oder ausgetreten.
Soweit meine 2 Cents.
Ulrich Schürrer hat geschrieben:
Ulrich
Konvertit, AK seit 1999
Raphi, AK schon immer