Ich habe hier einige sehr interessante Aussagen - übrigens von der IBK einstimmig (!!!) erklärt - die man vielleicht eingehender behandeln sollte. Einige Punkte beziehen sich auch auf eine Frage adsarthas betreffend Lehre zum Filioque. Die Aussagen wurden übrigens getätigt, um den altkath. Glauben verbindlich darzulegen und Zeugnis von der Lehre unserer Kirche gegenüber anderen - nämlich den Orthodoxen - zu geben.
IBK hat geschrieben:
Wir halten darum fest an der Untrüglichkeit der Glaubensentscheidungen der sieben von der ganzen Kirche anerkannten Ökumenischen Konzilien, durch welche die Offenbarung des dreieinigen Gottes, des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes, bleibend gegen die verschiedenen sie betreffenden Irrlehren verteidigt und das Werk unserer notwendigen und wahren Erlösung durch die eine Person unseres Erlösers Jesus Christus in wahrer Gottheit und wahrer Menschheit als der Inhalt unseres Glaubens bekannt wurde.
Wie passt das - nämlich der erklärte altkath. Glauben - z.B. zu Eilikes Aussagen hier im Forum, dass auch die Alte Kirche und ihre Konzilien sich geirrt haben? Wie passt das zu der hier behaupteten "fortschreitenden Offenbarung"? Wie passt die Aussage betreffend Irrlehren zu der hier behaupteten Existenz verschiedenster Wahrheiten?
Zitat:
Deshalb gilt uns das Glaubenssymbol von Nicaea (325) und Konstantinopel I (381) und seine Verteidigung, Anwendung und Auslegung durch die weiteren dogmatischen Entscheidungen des Konzils von Ephesus (431), Chalkedon (451), Konstantinopel II (553) und III (680) sowie Nicaea II (787) als die dauernde Richtschnur unseres Glaubens (Kanon pisteos).
Wie passt das zu der von einigen hier behaupteten Übereinstimmung mit den Protestanten, da doch Nicäa II die Ablehnung der Bilderverehrung - und die Ablehnung der mündlichen Überlieferung - anathemisierte? Und erneut: wie passt das zum Verständnis gewisser Personen hier, dass wir immer "neue Erkenntnisse" gewinnen, da doch der Glaube dauerhaft ist?
Zitat:
Wir lehnen darum den Zusatz des filioque, der im Westen während des 11. Jahrhunderts ohne Anerkennung durch ein ökumenisches Konzil gemacht wurde, mit Entschiedenheit ab. Diese Ablehnung bezieht sich nicht nur auf die unkanonische Weise der Hinzufügung, trotzdem schon diese Form einen Verstoss gegen die Liebe als das Band der Einheit darstellt. Wir weisen vielmehr entschieden auch jene theologische Lehre ab, die den Sohn zur Mitursache des Geistes macht.
Zu adsarthas Frage. Übrigens, wie wurde das mit der full communion mit der AC in Vereinbarung gebracht, da jene doch am filioque festhält?
Zitat:
In gläubigem Gehorsam halten wir fest an der Einheit und Fülle der göttlichen Offenbarung, wie sie in der Überlieferung der Einen, Heiligen, Katholischen und Apostolischen Kirche stets festgehalten wurde, wobei wir unterscheiden zwischen dem vollendeten Dogma der ökumenischen Konzile und kirchlichen Lehren, deren sprachlicher Ausdruck nicht durch ein ökumenisches Konzil festgelegt wurde.
Ein wichtiger Punkt, hier wird festgehalten: die Dogmen der ökumenischen Konzilien sind fest anzunehmen, während im übrigen Freiheit herrschen kann. Wie passt das zur hier behaupteten Gleichheit aller Lehren und Religionen?
Zitat:
Von der Einen, Heiligen Kirche glauben und bekennen wir, dass sie, von Gott vor Grundlegung der Welt erwählt, im heiligen Gottesvolk des Alten Bundes vorgebildet, von unserm Herrn Jesus Christus gestiftet wurde und bis zu seiner Wiederkunft als sichtbare Gemeinschaft des Glaubens, des apostolischen Amtes, der Sakramente und des Gottesdienstes, der Verkündigung des Evangeliums und der dienenden Liebe zu allen Menschen, besonders aber zu den Gefährten des Glaubens, durch den Heiligen Geist – trotz aller menschlichen Schwäche und Sünde – gnädig erhalten und zur Verrherrlichung seines Namens geführt wird. In dieser Gemeinschaft blicken wir in stetem, verehrendem Gedenken auf Maria, die jungfräuliche Mutter unseres Herrn und Gottes, Jesus Christus, und weiter auf alle Apostel, Märtyrer, Heiligen und Lehrer des Glaubens. In der Einheit dieser Gemeinschaft der Kirche verharrend, haben wir von ihr ein unverbrüchliches Zeugnis zu geben, vermögen aber nicht, durch unser Urteil für das Wirken der Gnade in den verschiedenen Kirchen und christlichen Gemeinschaften, die durch die Sünde der Spaltung die sichtbare Verbindung mit der Fülle der Wahrheit in der Einen Kirche verloren haben, die Grenze zu bestimmen
Wie passt dies - die erklärte Reklamation der Fülle der Wahrheit für die AKK - und die Erklärung, dass verschiedene Kirchen und christliche Gemeinschaften durch die Sünde der Spaltung (beachte die Trennung Kirche und Gemeinschaft und den Ausdruck Sünde der Spaltung!!!) die Fülle der Wahrheit und sichtbare Verbindung verloren haben, zu den Aussagen insbesondere Eilikes, Lothars und Adsarthas, dass es gut sei, dass jeder in seiner eigenen Kirche, Gemeinschaft oder Sekte glauben und selig werden könne wie es ihm beliebt, da doch von den Altkatholiken eine Fülle der Wahrheit und eine Einheit der Kirche geglaubt wird? Wie passt das dazu, dass von gewissen "Gemeinschaften" und Kirchen geglaubt wird, dass sie die Fülle der Wahrheit verloren haben? Und auch hier: wie passt das hier zu "verschiedenen Wahrheiten"? (Ich meine nicht Anteil an der Wahrheit, das ist logisch und richtig, sondern verschiedene Wahrheiten, wie ihr sie immer wieder erklärt.)
Nun, hier behaupten einige, den altkath. Glauben mit ihren Aussagen zu vertreten - mit römischen Argumenten wie dem Vat. II. oder sonstigen nicht altkath. Erklärungen - beziehen sich aber nie auf offiziell von altkath. Seite erklärte Glaubensaussagen. Es wird hier von weiss ich nicht was geredet, offizielle Aussgen der IBK oder der altkath. Väter werden aber gewolllt und mit Absicht ignoriert. Woher kommt das wohl?
P.S. wo steckt eigentlich John?