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| Doch die Spaltung? http://www.mensch-und-kirche.de/viewtopic.php?f=17&t=491 |
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| Autor: | Ulrich Schürrer [ 20. Februar 2007 20:54 ] |
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Das Communique traf auf scharfe Kritik von Integrity, dem Verband schwuler Chisten und lesbischer Christinnen innerhalb der Episcopal Church, und von anderen aehnlichen Organisationen. Die Integrity-Pressemitteilung, verbreitet heute frueh (2:14 Uhr MEZ), lautet wie folgt (eingeschoben: inoffizielle Uebersetzung): “The primates of the Anglican Communion have utterly failed to recognize the faith, relationships, and vocations of the gay and lesbian baptized,” said Integrity President Susan Russell, responding to the communiqué released today from Dar Es Salaam." "Die Primasse der Anglikanischen Kirchengemeinschaft haben drastisch darin versagt, den Glauben, die Beziehungen und die Berufungen der getauften Schwulen und Lesben anzuerkennen" sagte die Praesidentin von Integrity, Susan Russell, in Antwort auf das Communique, das heute in Daressalam veroeffentlich wurde. “Let us pray it doesn't take another hundred years for yet-unborn primates to gather for a service of repentance for what the church has done to its gay and lesbian members today, as they repented in Zanzibar yesterday for what it did to those the church failed to embrace as full members of the Body of Christ.” Lasst uns beten, dass es nicht wieder hundert Jahre dauert, bis Primasse, die jetzt noch nicht geboren sind, sich zu einem Gottesdienst der Buße treffen fuer das, was die Kirche ihren schwulen und lesbischen Mitgliedern heute angetan hat, aehnlich wie sie gestern in Sansibar Buße taten fuer das, was denen angetan wurde, die die Kirche [frueher] als volle Mitglieder des Leibes Christi anzunehmen versaeumt hatte. The Rev. Michael Hopkins, immediate past President of Integrity had this reaction: “Jesus weeps, and so do I. If the House of Bishops (or any other body with actual authority in this church) capitulates to these demands and sacrifices gay and lesbian people to the idol of the Instruments of Unity, it will have become the purveyor of an “anti-Gospel” that will (and should) repel many.” Pfarrer Michael Hopkins, unmittelbarer Vorgaenger als Praesident von Integrity, reagierte so: "Jesus weint, und ich tue es auch. Wenn das Haus der Bischoefe (oder ein anderes Gremium mit Autoritaet in dieser Kirche [der Episcopal Church der USA]) vor diesen Forderungen kapituliert und Schwule und Lesben dem Goetzenbild "Werkzeuge der Einheit" opfert, dann wuerde es Vollstrecker eines "Gegen-Evangeliums" werden, das viele abschrecken wird (und abschrecken sollte)." Integrity encourages its membership and allies to directly contact their bishops—urging them to reject the demands of the primates. Our leadership will seek an immediate meeting with the Presiding Bishop to express our deep concerns and encourage the Executive Council to insist on the inclusion of all orders of ministry in the ongoing process of discernment on Anglican Communion issues. Integrity ermuntert seine Mitglieder und Freunde, in direkten Kontakt mit ihren Bischoefen zu treten und sie dringend zu bitten, die Forderungen der Vorsitzenden Bischoefe zurueckzuweisen. Unsere Fuehrung [d.h. die von Integrity] wird um ein sofortiges Treffen mit der Leitenden Bischoefin bitten, um unsere tiefe Besorgnis auszudruecken, und um das Entscheidungsgremium ("Executive Council") zu ermutigen, auf dem Einschluss aller Bereiche der Dienste in dem gegenwaertigen Prozess der Urteilsfindung ueber Vorgaenge innerhalb der Anglikanischen Gemeinschaft teilzuhaben. http://integrityusa.org/press/2007-02-19.htm |
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| Autor: | Eilike [ 20. Februar 2007 20:56 ] |
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Dem kann ich mich nur voll anschließen. Mit dem "hinter vorgehaltener Hand" verliert jede Kirche ganz schnell ihre Glaubwürdigkeit. Gott lob gibt es ja in der akK in Deutschland durchaus öffentliche Segnung-Gottesdienste, hat's ja auch in Hannover schon gegeben, wenn auch ohne "offizielle" Liturgie. Dahinter wollen wir doch nicht zurück, oder? Gruß! Eilike |
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| Autor: | Werner [ 20. Februar 2007 21:53 ] |
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Eilike hat geschrieben: Dem kann ich mich nur voll anschließen. Mit dem "hinter vorgehaltener Hand" verliert jede Kirche ganz schnell ihre Glaubwürdigkeit. Gott lob gibt es ja in der akK in Deutschland durchaus öffentliche Segnung-Gottesdienste, hat's ja auch in Hannover schon gegeben, wenn auch ohne "offizielle" Liturgie. Dahinter wollen wir doch nicht zurück, oder?
Gruß! Eilike Das meinte ich eben auch. Nur an einer "offiziellen" Liturgie kann es ja wohl nicht liegen, sonst hätte man ja sehr schnell einen Kompromiss gefunden. Was die Afrikaner (als federführende Gruppe, natürlich nicht nur Afrikaner und auch nicht alle Afrikaner) stört, ist der Umstand, dass Homosexuelle Partnerschaften gesegnet werden, ich kann mir aber nicht vorstellen, dass ein Low-Churchler wie Akinola gesteigerte Aufmerksamkeit auf die dabei verwendete Liturgie legt. Viele Grüße Werner |
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| Autor: | Eilike [ 20. Februar 2007 22:22 ] |
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Mein Beitrag ist leider etwas verrutscht, was das Verständnis vielleicht erschwert. Er solle sich an Ulrichts Beitrag von 19.39 anschließen. Eilike |
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| Autor: | JHNewman [ 21. Februar 2007 10:03 ] |
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Werner hat geschrieben: Eilike hat geschrieben: Dem kann ich mich nur voll anschließen. Mit dem "hinter vorgehaltener Hand" verliert jede Kirche ganz schnell ihre Glaubwürdigkeit. Gott lob gibt es ja in der akK in Deutschland durchaus öffentliche Segnung-Gottesdienste, hat's ja auch in Hannover schon gegeben, wenn auch ohne "offizielle" Liturgie. Dahinter wollen wir doch nicht zurück, oder? Gruß! Eilike Das meinte ich eben auch. Nur an einer "offiziellen" Liturgie kann es ja wohl nicht liegen, sonst hätte man ja sehr schnell einen Kompromiss gefunden. Was die Afrikaner (als federführende Gruppe, natürlich nicht nur Afrikaner und auch nicht alle Afrikaner) stört, ist der Umstand, dass Homosexuelle Partnerschaften gesegnet werden, ich kann mir aber nicht vorstellen, dass ein Low-Churchler wie Akinola gesteigerte Aufmerksamkeit auf die dabei verwendete Liturgie legt. Viele Grüße Werner Hallo Werner, ich denke doch, daß die offizielle Liturgie ein wesentlicher Aspekt ist. Daß solche Segnungen auf der pastoralen Ebene in Gemeinden vorkommen, kann man gar nicht verhindern. Man weiß es eben nicht. Eine offiziell anerkannte Liturgie, die im Meßbuch veröffentlicht wird, ist aber eine Einladung zur Segnung solcher Partnerschaften und repräsentiert die offizielle Lehre der Kirche, besonders bei den Anglikanern, die außer ihrer Liturgie wenig Verbindliches haben. Daher ist dieser Punkt schon sehr wichtig. Gruß JHN |
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| Autor: | Aldo1 [ 21. Februar 2007 14:28 ] |
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Die AKK ist keine Weltkirche wie die Rom-Katholiken und die Anglikaner, sondern sie besteht aus jeweiligen "Landeskirchen" wie die evangelischen Landeskirchen in Deutschland. Dies hat den Vorteil, dass eine solche Landeskirche auch nur Rücksicht auf die Moralvorstellungen des jeweiligen Landes (Niederlande, Deutschland, Österreich, Schweiz, Polen usw) zu nehmen hat und nicht auf die Moralvorstellungen von Kenia, Nigeria oder Uganda. Diejenigen, die heute in Deutschland alt-katholisch werden, kommen in erster Linie aus der RKK und zwar deswegen, weil sie dort keine Luft mehr zum Atmen vorgefunden haben. Für solche Menschen ist die AKK wie ein Ort, an dem sie wieder sich selbst sein können, wo sie aufatmen können und wieder -geistig- gesunden können. Man kann jetzt nicht von heute auf morgen die Probleme, die eine Weltkirche wie die Anglikanische Kirche hat, in die AKK hineintragen. Ich jedenfalls hätte keine Lust, anstatt mich über Joseph Ratzinger jetzt über Peter Akinola zu ärgern. ICH WILL DAS NICHT MEHR!!!!! Die kleine AKK kann sowieso nicht die Probleme der großen Anglikanischen Kirche lösen. Eine Zusammenarbeit ist gut, wenn das aber nur zu dem Preis zu haben ist, dass das Rad -wider aller humanwissenschaftlicher Erkenntnisse- wegen der Moralvorstellungen der Afrikaner zurückgedreht werden soll, dann sollte die AKK anfangen, über ein größere Annäherung an hochkirchliche Kreise in der Evangelische Kirche nachzudenken. |
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| Autor: | JohnGrantham [ 21. Februar 2007 14:38 ] |
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JHNewman hat geschrieben: Werner hat geschrieben: Eilike hat geschrieben: Dem kann ich mich nur voll anschließen. Mit dem "hinter vorgehaltener Hand" verliert jede Kirche ganz schnell ihre Glaubwürdigkeit. Gott lob gibt es ja in der akK in Deutschland durchaus öffentliche Segnung-Gottesdienste, hat's ja auch in Hannover schon gegeben, wenn auch ohne "offizielle" Liturgie. Dahinter wollen wir doch nicht zurück, oder? Das meinte ich eben auch. Nur an einer "offiziellen" Liturgie kann es ja wohl nicht liegen, sonst hätte man ja sehr schnell einen Kompromiss gefunden. Was die Afrikaner (als federführende Gruppe, natürlich nicht nur Afrikaner und auch nicht alle Afrikaner) stört, ist der Umstand, dass Homosexuelle Partnerschaften gesegnet werden, ich kann mir aber nicht vorstellen, dass ein Low-Churchler wie Akinola gesteigerte Aufmerksamkeit auf die dabei verwendete Liturgie legt. Hallo Werner, ich denke doch, daß die offizielle Liturgie ein wesentlicher Aspekt ist. Daß solche Segnungen auf der pastoralen Ebene in Gemeinden vorkommen, kann man gar nicht verhindern. Man weiß es eben nicht. Eine offiziell anerkannte Liturgie, die im Meßbuch veröffentlicht wird, ist aber eine Einladung zur Segnung solcher Partnerschaften und repräsentiert die offizielle Lehre der Kirche, besonders bei den Anglikanern, die außer ihrer Liturgie wenig Verbindliches haben. Daher ist dieser Punkt schon sehr wichtig. Und das ist eben was ich meinte. Ich sehe nicht die Notwendigkeit, eine offizielle Liturgie für solche Segnungen einzuführen, wenn sie sowieso schon stattfinden, vor allem wenn sie solche Probleme innerhalb der Kirche auslöst. Das ist das, was ich mit "hinter vorgehaltener Hand" gemeint habe -- gesegnet wird schon, nur man hängt es nicht an die große Glocke. Man verliert ebenso an Glaubwürdigkeit, wenn man dazu bereit ist, eigene Vorstellungen um jeden Preis durchzusetzen, auch auf Kosten der Einheit der Kirche. Wenn man eine Partnerschaft segnen lassen will, kann man das jetzt schon tun, sowohl in der akK als auch in ECUSA. Daran ändert sich auch nichts nach Tanzania. Ich sehe nicht, was man damit gewinnt, Segnungen homosexueller Partnerschaften *offiziell* einzuführen, wenn das keinen Vorteil bringt und eine Menge Nachteile. Also finde ich die vorige Détente-Situation taktisch und strategisch vorteilhafter, als den offenen Krieg zu erklären. Wie gesagt, die Lanze ist schon gebrochen worden und nun heißt es, den Dialog aufrecht zu erhalten. Vor allem mit Nigeria muss man doch weiter reden, in der Hoffnung, dass sie irgendwann Homosexuelle als vollwertige Menschen betrachten. Die Chance ist klein, aber da. Wenn wir sie abschneiden und einfach den eigenen Weg gehen -- de facto Exkommunikation -- gibt es gar keine Chance dafür, und man läßt Homosexuelle in Nigeria und sonstwo einfach im Stich. Cheers, John |
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| Autor: | JohnGrantham [ 21. Februar 2007 16:59 ] |
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Aldo1 hat geschrieben: Die AKK ist keine Weltkirche wie die Rom-Katholiken und die Anglikaner, sondern sie besteht aus jeweiligen "Landeskirchen" wie die evangelischen Landeskirchen in Deutschland. Die AKK in Deutschland ist s.z.s. die 'Landeskirche' der Utrechter Union, genau wie ECUSA die anglikanische Landeskirche bzw. Ortskirche der USA ist. In so fern sehe ich da keinen nennenswerten Unterschied. Einen ähnlichen Streit hatte die Utrechter Union in den 90er Jahren wegen Frauenordination, und letztendlich verließ die PNCC die Union (oder wurde rausgeschmissen, je nach dem wen man fragt). Also auch bei den Alt-Katholiken gibt und gab es durchaus solche Streitigkeiten. Die Streitereien der Utrechter Kirchen werden nur nicht von den Medien wahrgenommen, weil sie kleiner sind. Da die Anglican Communion die drittgrößte christliche Konfession der Welt ist, wird der Streit in den Medien sehr groß geschrieben und der er wird heftiger dargestellt als er in Wirklichkeit ist. Das habe ich immer wieder in den Schlagzeilen in den letzten Wochen beobachtet. Man will in der Presse die Lage nicht beruhigen, man will Zeitungen verkaufen, und Aufregung läßt sich eher verkaufen als sanfte Töne. Aldo1 hat geschrieben: Dies hat den Vorteil, dass eine solche Landeskirche auch nur Rücksicht auf die Moralvorstellungen des jeweiligen Landes (Niederlande, Deutschland, Österreich, Schweiz, Polen usw) zu nehmen hat und nicht auf die Moralvorstellungen von Kenia, Nigeria oder Uganda. Aber natürlich muss sie Rücksicht darauf nehmen. Die Einheit der Kirche (bzw. Einheit mit unseren Mitmenschen) ist ein wichtiger Teil unserer Aufgabe als Christen, und dazu gehört ein Dialog. Zum Dialog gehört Rücksicht. Aldo1 hat geschrieben: Ich jedenfalls hätte keine Lust, anstatt mich über Joseph Ratzinger jetzt über Peter Akinola zu ärgern. ICH WILL DAS NICHT MEHR!!!!!
Wie klein soll die Kirche denn werden? Man muss lernen mit seinen Mitmenschen klar zu kommen. Wenn man bei jedem Streit die Kirche spaltet, in der Hoffnung dem Streit zu entgehen, hat man irgendwann eine Kirche von eins und nicht eine Kirche. Klar bin ich nicht gerade begeistert über ++Akinola. Aber ich ärgere mich nicht über ihn. Ich bete für ihn, für die Kirche und für unsere gemeinsame Zukunft und hoffe, dass wir eines Tages doch eins werden, wie unser Herr es für uns am Kreuz gewünscht hat. Wenn man sich von ihm abschottet, wird das nie zustande kommen. Cheers, John |
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| Autor: | Aldo1 [ 21. Februar 2007 17:53 ] |
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"Wenn man bei jedem Streit die Kirche spaltet, in der Hoffnung dem Streit zu entgehen, hat man irgendwann eine Kirche von eins und nicht eine Kirche." Lieber John, mit dieser Logik düfte kein Rom-Katholik mehr aus seiner Kirche austreten und müsste stattdessen für Joseph Ratzinger beten.... Tatsache ist doch, dass die afrikanischen Länder auf Jahrzehnte hinaus ihre Meinung zum Thema Homosexualität usw nicht ändern werden. Da der Erzbischof von Canterbury aus kirchenpolitischen Gründen vor den Afrikanern eingeknickt ist, wird es in der Anglikanischen Gemeinschaft zu diesem Punkt keine Fortschritte, ja stattdessen sogar nur Rückschritte, geben! Meine Frage ist eben die, ob die AKK, die ja eigentlich von diesem Streit überhaupt nicht betroffen ist, sich in diesem(!) Punkt auf Gedeih und Verderb an die Anglikaner anhängen muss.... |
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| Autor: | JohnGrantham [ 21. Februar 2007 18:20 ] |
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Aldo1 hat geschrieben: "Wenn man bei jedem Streit die Kirche spaltet, in der Hoffnung dem Streit zu entgehen, hat man irgendwann eine Kirche von eins und nicht eine Kirche." Lieber John, mit dieser Logik düfte kein Rom-Katholik mehr aus seiner Kirche austreten und müsste stattdessen für Joseph Ratzinger beten.... Das stimmt so nicht. Ich habe gesagt bei jedem Streit. Natürlich gibt es Grundsätze und Gewissen. Aber die Kirche sollte man auch nicht leichtfertig spalten, vor allem nur um ein kurzfristiges Ziel zu realisieren und erst recht nicht, wenn man dadurch andere mit dem gleichen Ziel im Stich läßt, etwa Homosexuelle in anderen Ländern. Auch für sie tragen wir alle Verantwortung, genau wie für die Kirche und Menschheit insgesamt. Aldo1 hat geschrieben: Tatsache ist doch, dass die afrikanischen Länder auf Jahrzehnte hinaus ihre Meinung zum Thema Homosexualität usw nicht ändern werden. Woher willst Du das wissen? Jetzt schon haben diverse afrikanische Bischöfe gesagt, sie wollen alles andere nicht von diesem Thema ausblenden lassen -- soll heißen, sie sind dazu bereit, das Thema einfach zu beenden und weiterzumachen. Vielleicht dauert es Jahrzehnte, aber einfach den Tuch zu werfen halte ich für grundfalsch. Aldo1 hat geschrieben: Da der Erzbischof von Canterbury aus kirchenpolitischen Gründen vor den Afrikanern eingeknickt ist, wird es in der Anglikanischen Gemeinschaft zu diesem Punkt keine Fortschritte, ja stattdessen sogar nur Rückschritte, geben! Eines Tages -- Ende der 70er Jahre -- sah es im Bereich Frauenordination ähnlich aus, aber das wurde mit der Zeit zunehmend akzeptiert. Da die Frauenordination eher existenziell für das Selbstveständnis der Kirche ist, denke ich, Homosexualität ist kleinkrams dagegen. Ja, es hat Jahrzehnte gedauert. Na und? Ist das Ergebnis doch nicht besser, weil wir Geduld hatten und etwas warteten, anstatt den Kopf durch die Wand zu stecken? Aldo1 hat geschrieben: Meine Frage ist eben die, ob die AKK, die ja eigentlich von diesem Streit überhaupt nicht betroffen ist, sich in diesem(!) Punkt auf Gedeih und Verderb an die Anglikaner anhängen muss....
'Gedeih und Verderb' sehe ich da nicht, sondern Zeichen von einer lebhaften Kirche, wo alles in der Offenheit ausgetragen wird, aber wo man trotz Differenzen (die man ohnehin nie vermeiden kann) zusammen in einer Kirche bleibt. Da kann man sogar stolz darauf sein, dass wir diese Fragen offen und ehrlich diskutieren aber doch zusammen bleiben, auch wenn man zur jetzigen Zeit sich noch nicht zufrieden geben kann. Cheers, John |
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| Autor: | Aldo1 [ 21. Februar 2007 18:37 ] |
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15.02.2007 Nigeria bereitet Homo-Totalverbot vor Abuja (queer.de) - "Ein Parlamentsausschuss in Nigeria führte gestern eine öffentliche Anhörung über eine Verschärfung von Anti-Homo-Gesetzen durch. In dem Gesetzentwurf, der in Kürze beschlossen werden soll, wird unter anderem der Kontakt zwischen Homosexuellen verboten (z.B. ein gemeinsamer Restaurantbesuch). Auch das Ansehen von Filmen oder Internetseiten mit Homo-Inhalt soll strafrechtlich verfolgt werden. Der Ausschuss gab bekannt, dass 100 Petitionen gegen das neue Gesetz eingegangen sind. Beobachtern zufolge wird es trotzdem mit großer Wahrscheinlichkeit Ende März verabschiedet werden. Das Gesetz steht vor allem wegen den im April anstehenden Wahlen auf der Tagesordnung. Nigeria ist geteilt in einen muslimischen und einen christlichen Teil, die sich oft feindlich gegenübner stehen. Allerdings stimmen die Religionsführer in der Ablehnung der Homosexualität überein." (Na, da sagt man immer, die Ökumene funktioniere nicht....) "Es gibt jedoch auch einige Abgeordnete, die zur Vorsicht mahnen, aber trotzdem nicht als "Schwulenfrende" gelten wollen, berichtet die BBC: "Wir sollten nicht heuchlerisch sein und das Thema ohne Leidenschaft angehen", sagte etwa Abdul Oroh, der stellvertrende Vorsitzende im Ausschuss für Menschenrechte. "Während wir versuchen, die Moral und unsere Werte zu schützen, müssen wir uns daran erinnern, dass die Rechte von Menschen geschützt werden müssen, auch wenn sie in der Minderheit sind." |
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| Autor: | JohnGrantham [ 21. Februar 2007 19:16 ] |
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Aldo1 hat geschrieben: (Na, da sagt man immer, die Ökumene funktioniere nicht....)
Deine Lösung ist also, sich von allen anderen Kirchen zu trennen, allein wegen einer Kirche in Nigeria, und nicht mal zu versuchen, die Nigerianer auf einen besseren Weg zu bringen. Bei uns nennt das "cutting off the nose to spite the face". Cheers, John |
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| Autor: | JohnGrantham [ 21. Februar 2007 19:28 ] |
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Ein weiterer Punkt ist, in vielen afrikanischen Ländern sind Frauen sehr schlecht gestellt, werden wie Eigentum behandelt usw. In diesen Ländern erlauben i.d.R. die ansässigen anglikanischen Kirchen keine Frauenordination. Das ist auch keine Überraschung. Aber sie haben es trotzdem akzeptiert, dass andere Kirchen die Frauenordination doch zulassen, obwohl sie damals in den 70ern mit allenmöglichen Sachen gedroht haben. Also sehe ich hier keinen Grund zur Panik oder Überreaktion. Gut, wir können vorerst keine offizielle Liturgie zur Segnung homosexueller Partnerschaften einführen, aber ein generelles Verbot solcher Segnungen wird es nicht geben. Mit der Zeit wird sich das Thema wieder entspannen und man kann es getrost wieder anpacken, ohne dass die Kirche völlig auseinander fliegt. Cheers, John |
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| Autor: | Aldo1 [ 21. Februar 2007 19:49 ] |
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Man muss auch sehen, dass es nicht nur um "eine Kirche in Nigeria" geht, sondern dass hier ein Exempel statuiert werden soll. Akinola wird von konservativen Kreisen in den USA und anderen Ländern massiv finanziell unterstützt. Es hat so etwas wie ein Kichenkampf begonnen, bei denen Akinola die Symbolfigur geworden ist. Es geht um nicht weniger als um die Entscheidung, wie es in Zukunft mit den Kirchen weitergehen soll. Wenn man die Lobbyarbeit der Kirchen bei der UNO betrachtet, so sieht man, dass sich hier etwas zusammenbraut - eine Koalition zwischen römischer Kirche unter Joseph Ratzinger, dem Islam unter Leuten wie Ahmadinedschad und den amerikanischen "wiedergeborenen" Evangelikalen unter George Bush. Diesen Leuten passt die ganze Richtung nicht mehr und sie wollen das Rad der Geschichte zurückdrehen (siehe Evolutionstheorie usw). Wenn die Anglikaner nicht aufpassen, werden sie sich unter Akinola (und nicht unter dem soften Williams) ganz schnell in dieser unseeligen Koalition vorfinden. Sollen die Altkatholiken ihnen dann folgen? |
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| Autor: | JohnGrantham [ 21. Februar 2007 20:04 ] |
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Aldo1 hat geschrieben: Man muss auch sehen, dass es nicht nur um "eine Kirche in Nigeria" geht, sondern dass hier ein Exempel statuiert werden soll. Akinola wird von konservativen Kreisen in den USA und anderen Ländern massiv finanziell unterstützt. Es hat so etwas wie ein Kichenkampf begonnen, bei denen Akinola die Symbolfigur geworden ist. Es geht um nicht weniger als um die Entscheidung, wie es in Zukunft mit den Kirchen weitergehen soll. Das ist mir klar. Aber auch ECUSA bzw. deren liberale Flügel pumpt massive Gelder in Afrika hinein, vor allem über die UN Millennium Development Goals -- eine Unterstützung, die ausdrücklich von diversen afrikanischen Kirchen gelobt wurde (zähneknirschend auch von einigen, die ECUSA früher scharf kritisiert haben). Der Geldhebel schaltet also nicht nur zu Gunsten der Konservativen. Du darfst auch nicht vergessen, der Kampf geht weiter. Heute so, morgen so. Die Konservativen in Amerika sind auf dem Rückzug, auf allen Fronten. Bush ist weitgehend diskreditiert worden. Die Evangelikalen werden zunehmend veräppelt (Ted Haggard hat sich einfach völlig lachhaft gemacht) und die linken Evangelikalen werden zunehmend lauter, weil sie es nicht ertragen können, was die Rechten aus ihrer Bewegung gemacht haben. Und in den Gerichtsfällen haben die abgespalteten ECUSA- bzw. CANA- und AMiA-Gemeinden schlechte Karten. Vor allem Truro und Falls Church werden eine böse Überraschung in den Gerichten haben, denn deren Eigentum gehört rechtsmässig ECUSA, egal wie viele Anwälte sie bezahlen. Also diese Geldquelle wird ganz schnell zugedreht... Aldo1 hat geschrieben: Wenn die Anglikaner nicht aufpassen, werden sie sich unter Akinola (und nicht unter dem soften Williams) ganz schnell in dieser unseeligen Koalition vorfinden.
Sollen die Altkatholiken ihnen dann folgen? Erstens -- ich glaube, ++Rowan hat gezeigt, dass er vielleicht doch etwas mehr Verstand hat, als wir geahnt haben. Vor einem Monat rechneten fast alle damit, dass ECUSA rausgeschmissen wird, dass ++KJS gar nicht empfangen wird, und und und. Aber was ist passiert? Der (von Konservativen dominierten!) Ausschuß, der eigentlich die Begründung für ECUSAs Rausschmiß geliefert haben soll, sprach sie fast frei. ++KJS wurde empfangen, ja sogar respektvoll, und wurde in ein wichtiges Gremium gewählt. Und ich bin mir sicher, dass ++Rowan da mitgewirkt hat. In seiner Funktion als primus inter pares kann er nicht offen parteiisch agieren. Aber er kann eine Menge sotto voce machen, und ich bin mir sicher, das hat er gemacht. Ob die Alt-Katholiken sich das alles antun sollen, in dem sie uns Anglikanern folgen? Die Frage ist m.M.n. falsch gestellt. Ich würde sie ganz anders formulieren: Sollen die Alt-Katholiken einfach zuschauen -- oder doch die Ärmel hochkrempeln und die Verbündeten unterstützen? Cheers, John |
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