13.07.2010
"Anerkennung für altkatholische Kirche"
Dr. Hans-Joachim Rosch mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet
Nicht nur Dr. Hans-Joachim Rosch zeigte sich im historischen Rat-haus der Stadt Lingen sichtlich gerührt. Auch viele der geladenen Gäste schienen bewegt zu sein, als die Erste Bürgermeisterin, Ulla Haar, dem Lingener Arzt das Bundesverdienstkreuz am Bande überreichte.

Es sei ein Zeichen für die Gerechtigkeit in einer Demokratie, so Ulla Haar, dass neben Prominenten und Stars auch „die Verdienste der eher stillen Arbeiter mit dem Verdienstorden ihre Anerkennung“ erfahren. Und doch „haben wir beide niemals geahnt, heute diese wichtige Ehrung für dich erleben zu können“, sagte die Erste Bürgermeisterin Ulla Haar, die den Lingener Arzt seit mehr als 20 Jahren kennt. Sie freue sich, ihm das Bundesverdienstkreuz übergeben zu dürfen. Opfere er doch seit vielen Jahrzehnten einen großen Teil seiner Freizeit der Kirchenarbeit und der Hilfe für bedürftige Menschen. Seit circa 40 Jahren engagiere sich Dr. Hans-Joachim Rosch im Katholischen Bistum der Alt-Katholiken in Deutschland. Als zweiter Vorsitzender der Synodalvertretung in Deutschland habe Dr. Hans-Joachim Rosch an der Zulassung von Frauen zum Priester- beziehungsweise Bischofsamt in der alt-katholischen Kirche maßgeblich mitgearbeitet. Auch die Finanzreform und Rechtsreform des Bistums gehen maßgeblich auf den Lingener Arzt zurück. Zahlreiche soziale Projekte in Portugal und Rumänien habe der Lingener Arzt angestoßen und gefördert. So stattete er eine Schule in Rumänien mit Möbeln aus und richtete eine Nähschule ein. Regelmäßig organisiert er große Medikamentensendungen nach Bukarest und unterstützte ein Straßenkinderprojekt vor Ort.
„Dein Engagement schlägt alle Rekorde“, sagte Bischof Joachim Vobbe, der das Bistum der Alt-Katholiken in Deutschland bis Ende 2009 geleitet hatte, in seiner Laudatio. Im Namen der Synodalvertretung des Katholioschen Bistums der Alt-Katholiken hatte er Dr. Hans-Joachim Rosch für den Verdienstorden der Bundes-republik vorgeschlagen. Der Bonner Theologe dankte dem Lingener aber auch ganz persönlich: „Du hast im Bistum oft den so genannten „bad cop“ gespielt. Und ich weiß, dass vieles nicht spurlos an dir vorübergegangen ist. Unter deiner rauen Schale steckt ein sensibler Kern, für den Freundschaft und Gottvertrauen wichtige Begriffe sind.“
Das letzte Wort hatte der Geehrte selbst. Hans-Joachim Rosch dankte sichtlich gerührt seiner Familie, die ihn aufgrund seiner vielfältigen Tätigkeiten oft entbehren musste. Zudem bedankte er sich bei allen seinen Freuden und Weggefährten, die ihn den langen Weg begleitet haben. „Ich freue mich über die Auszeichnung und empfinde sie gleichzeitig als eine Anerkennung für unsere kleine, altkatholische Kirche.“