Mensch und Kirche

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 Betreff des Beitrags: Fazit nach sieben Jahren Zugehörigkeit
BeitragVerfasst: 14. Juli 2010 03:42 
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Registriert: 4. Dezember 2007 11:25
Beiträge: 1541
:hmm: Eigentlich wollte ich in einem ähnlichen Thread schreiben bis ich sah, dass dieser gesperrt ist (war vielleicht ganz gut so)

Das verflixte siebte Jahr - So könnte man sich zuerst einmal die eigenen Gedanken der letzten Zeit zusammenfassen.
Im Jahre 2003 bin ich zu unserer Kirche gewechselt, mit einer reichlichen Anlaufzeit von gut fünf Jahren. Ich habe danach ausgesprochen gute Erfahrungen gemacht, sowohl in Regensburg als auch später in Heidelberg (auch in meiner inoffiziellen gelegentlichen Ausweichgemeinde in Landau). Sowohl Dekanatswochenenden in Bayern (Pappenheim) und Nord-BW/Südpfalz (Altleiningen) habe ich erlebt, den Alt-Katholiken-Kongress in Freiburg und auch Aktionen unserer Kirche auf diversen Kirchentagen. Ich durfte der Weihe unseres Bischofs Ring beiwohnen und erlebte auch außerhalb irgendwelcher kalendarischer Ausnahmezustände wirklich schöne Gottesdienste. Man fühlt sich theologisch wie gemeinschaftlich gut aufgehoben.
Dann kam eben das verflixte siebte Jahr. Der Glaube muss sich ohne eine eigene aktive Teilnahme an einem Gemeindeleben bewähren. Man baut sich neue Wege der kirchlichen Verbundenheit auf, natürlich labil, nicht ohne Risiko gewisser Zerrbilder - und landet plötzlich auf einer Spielwiese von Eitelkeiten und Idealen. Ich versuche auf dieser Spielwiese zurechtzukommen und merke immer öfter eine eigene Entfremdung. Und dann kommen Angriffe, die an Grundfesten rütteln, auch das eigene kirchliche Dasein infrage stellen oder wenigstens relativieren. Offen gestanden war ich wütend, auch verletzt, es entwickelten sich regelrechte Kleinkriege an deren Eskalation ich wohl auch nicht immer schuldlos war, aber es stellte sich auch klar die Frage, ob ich bleiben kann, bleiben darf.
Nun, es gibt immer mal wieder Zeiten, die uns der HERR schenkt bzw. zu denen ER uns manchmal auch zwingt, sich zu besinnen und nachzudenken. Okay, ich bin gewiss kein Theologe, aber ich betrachte den Glauben in seiner spirituellen wie theologischen Vertiefung durchaus als "Hobby" (auch wenn dieser Begriff mir etwas zu profan erscheint), seit den 90er Jahren habe ich die Bibel mindestens zweimal bewusst durchgelesen und nicht wenige Bücher darin vertieft betrachtet. Nicht wenige Bücher, übrigens nicht nur von progressiven Theologen habe ich mir reingezogen, vielleicht nicht in der Intensität wie Theologen aber für einen Laien doch ganz brauchbar - und hilfreich in der Verortung des eigenen Glaubens und der persönlichen Beziehung zum HERRN. Und dennoch kann ich nur immer am Anfang stehen. Aber: ich muss mir wohl kaum vorwerfen lassen, ich verstünde (alt-)katholischen Glauben nicht gut genug, um Teil der Kirche sein zu dürfen.

Und: unsere Kirche ist offen, offenherzig und einladend. Sie trägt und erträgt und sie steht in einer Tradition von Heiligen und Kirchenvätern aus einer ökumenischen Katholizität heraus, die ihren Ursprung in Jesus von Nazareth hat.
Manchmal ist es ganz gut, nachzudenken, bevor man verzweifelt ...

Tarec


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 Betreff des Beitrags: Re: Fazit nach sieben Jahren Zugehörigkeit
BeitragVerfasst: 14. Juli 2010 08:51 
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Blumengießdienst
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Lieber Tarec

lass Dich nie von außen irre machen, ob Du bei der richtigen Kirche bist! Da hat kein Mensch das Recht, sich einzumischen. Und gerade bei einem Forum, wo nur der Text bleibt und sonst alle Zwischentöne der Kommunikation wegfallen, wird der Ton besonders schnell scharf und heftig.
MuK ist nicht die akK! Aber das weißt Du wohl eh schon ;)

Liebe Grüße
Adsartha

_________________
Wo kämen wir hin, wenn keiner ginge um zu sehen, wohin wir kämen, wenn wir gingen?


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 Betreff des Beitrags: Re: Fazit nach sieben Jahren Zugehörigkeit
BeitragVerfasst: 22. Juli 2010 11:19 
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Registriert: 11. August 2006 20:21
Beiträge: 22
Wohnort: Nähe Passau
Mir ist nicht ganz klar geworden, was deine Zweifel sind. Aber ich will von meinen reden:
Ich bin seit gut einem Vierteljahrhundert dabei, drei meiner Kinder sind da getauft, und wir hatten in den letzten Jahren Pfarrer, über die ich mich weißgott nicht beklagen kann (Ring und Staymann). Trotzdem sind da und wachsen Zweifel, die ich nicht so einfach beiseite schieben kann.
Der eine ist die Euphorie, mit der wir uns auf den Widerstand zu Beginn der Ak-Kirche beziehen, und dabei leicht verdrängen, daß dieses gute Pfund durch das Mitläufertum der Altkatholiken im Nationalsozialismus aufgebraucht ist.
Das andere folgt daraus. Ich sehe meine Kirche oft in der Nische sitzend, mit der Angst offen
gesellschaftspolitisch Stellung zu beziehen und nicht anzustoßen. Ich empfinde hin und wieder, unser Licht steht unter dem Scheffel und unser gottgegebenes Pfund wird verborgen. Wir bezweifeln Pfingst kirchen, aber die wuchern mit Gottes Pfunden. Lobt Er sie mit Erfolg?


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 Betreff des Beitrags: Re: Fazit nach sieben Jahren Zugehörigkeit
BeitragVerfasst: 22. Juli 2010 13:30 
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Registriert: 4. Dezember 2007 11:25
Beiträge: 1541
Die Pfingstkirchen sind in ihrem Charakter ganz anders. Sie sprechen die Menschen durch eine direkte Sprache, eine klare - vielleicht zu einfache - Theologie an und sind auch in ihrem Gottesdienst freier, vielleicht frischer, ursprünglicher, "moderner" und von ihrem ganzen Gemeindecharakter evtl. auch näher am ursprünglichen Christentum.
Die Alt-Katholiken wirken hingegen auf den ersten Blick wie eine amtliche Mischung aus einer modernen katholischen Kirche mit protestantischen Elementen, nur im Kleinstformat. Ihren Zulauf, wie groß der auch immer sein mag, zieht sie aus der Unzufriedenheit der Gläubigen aus den großen Kirchen, selbst wenn diese dort letztlich nur im Promille-Bereich sind, die dann auch zu uns kommen.

Tarec


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