
Eigentlich wollte ich in einem ähnlichen Thread schreiben bis ich sah, dass dieser gesperrt ist (war vielleicht ganz gut so)
Das verflixte siebte Jahr - So könnte man sich zuerst einmal die eigenen Gedanken der letzten Zeit zusammenfassen.
Im Jahre 2003 bin ich zu unserer Kirche gewechselt, mit einer reichlichen Anlaufzeit von gut fünf Jahren. Ich habe danach ausgesprochen gute Erfahrungen gemacht, sowohl in Regensburg als auch später in Heidelberg (auch in meiner inoffiziellen gelegentlichen Ausweichgemeinde in Landau). Sowohl Dekanatswochenenden in Bayern (Pappenheim) und Nord-BW/Südpfalz (Altleiningen) habe ich erlebt, den Alt-Katholiken-Kongress in Freiburg und auch Aktionen unserer Kirche auf diversen Kirchentagen. Ich durfte der Weihe unseres Bischofs Ring beiwohnen und erlebte auch außerhalb irgendwelcher kalendarischer Ausnahmezustände wirklich schöne Gottesdienste. Man fühlt sich theologisch wie gemeinschaftlich gut aufgehoben.
Dann kam eben das verflixte siebte Jahr. Der Glaube muss sich ohne eine eigene aktive Teilnahme an einem Gemeindeleben bewähren. Man baut sich neue Wege der kirchlichen Verbundenheit auf, natürlich labil, nicht ohne Risiko gewisser Zerrbilder - und landet plötzlich auf einer Spielwiese von Eitelkeiten und Idealen. Ich versuche auf dieser Spielwiese zurechtzukommen und merke immer öfter eine eigene Entfremdung. Und dann kommen Angriffe, die an Grundfesten rütteln, auch das eigene kirchliche Dasein infrage stellen oder wenigstens relativieren. Offen gestanden war ich wütend, auch verletzt, es entwickelten sich regelrechte Kleinkriege an deren Eskalation ich wohl auch nicht immer schuldlos war, aber es stellte sich auch klar die Frage, ob ich bleiben kann, bleiben darf.
Nun, es gibt immer mal wieder Zeiten, die uns der HERR schenkt bzw. zu denen ER uns manchmal auch zwingt, sich zu besinnen und nachzudenken. Okay, ich bin gewiss kein Theologe, aber ich betrachte den Glauben in seiner spirituellen wie theologischen Vertiefung durchaus als "Hobby" (auch wenn dieser Begriff mir etwas zu profan erscheint), seit den 90er Jahren habe ich die Bibel mindestens zweimal bewusst durchgelesen und nicht wenige Bücher darin vertieft betrachtet. Nicht wenige Bücher, übrigens nicht nur von progressiven Theologen habe ich mir reingezogen, vielleicht nicht in der Intensität wie Theologen aber für einen Laien doch ganz brauchbar - und hilfreich in der Verortung des eigenen Glaubens und der persönlichen Beziehung zum HERRN. Und dennoch kann ich nur immer am Anfang stehen. Aber: ich muss mir wohl kaum vorwerfen lassen, ich verstünde (alt-)katholischen Glauben nicht gut genug, um Teil der Kirche sein zu dürfen.
Und: unsere Kirche ist offen, offenherzig und einladend. Sie trägt und erträgt und sie steht in einer Tradition von Heiligen und Kirchenvätern aus einer ökumenischen Katholizität heraus, die ihren Ursprung in Jesus von Nazareth hat.
Manchmal ist es ganz gut, nachzudenken, bevor man verzweifelt ...
Tarec