Mensch und Kirche

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 Betreff des Beitrags: Alt-Altkatholiken
BeitragVerfasst: 23. April 2010 16:27 
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Registriert: 11. April 2010 14:01
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Hallo!

An anderer Stelle hier im Forum habe ich gelesen, dass es durchaus Konflikte geben kann zwischen Alt-Altkatholiken und Konvertiten. Ich finde das nicht weiter schlimm, so etwas ist eben menschlich... trotzdem würde mich interessieren wie eigentlich das zahlenmäßige Verhältnis ungefähr ist und wo diese Konflikte auftauchen?

Lieber Gruß
Axel


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 Betreff des Beitrags: Re: Alt-Altkatholiken
BeitragVerfasst: 23. April 2010 22:30 
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Registriert: 5. November 2005 13:01
Beiträge: 1042
Vermutlich gibt's keine Untersuchung über das zahlenmäßige Verhältnis.
Im süd- und südwestdeutschen Raum (vor allem Baden) hat der deutsche Alt-Katholizismus seine längste Tradition. Dagegen wirst du in Norddeutschland (mit Ausnahme von Nordstrand) viele rk. Getaufte finden.
Konflikte? Nach 13 Jahren im ak. Bistum kenne ich etliche Gemeinden auch "von innen"; wer als Priester oder "Laie" sich zum Beitritt entschlossen hat, dürfte dafür gute Gründe gehabt haben. Soweit ich ehemals rk. Priester kenne, sind sie als gut ausgebildete, hoch motivierte und engagierte Seelsorger eine echte Bereicherung für unser Bistum. (Der gerade in den Ruhestand verabschiedete + Joachim gehört dazu ebenso wie sein Vorgänger im bischöflichen Amt).
Dass ein ak. Getaufter mit "Konvertiten" gewisse Schwierigkeiten hat, habe ich nur in dieser virtuellen Gemeinde erlebt, bis jetzt niemals in einer konkreten. Aber vielleicht haben andere auch andere Erfahrungen gemacht.

Eilike

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Wir sind eine Kirche mit katholischer Bindung und evangelischer Freiheit.


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 Betreff des Beitrags: Re: Alt-Altkatholiken
BeitragVerfasst: 25. April 2010 15:34 
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Blumengießdienst
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Der Pfarrer hier sagt, dass fast keiner in der Gemeinde ak-geboren ist. Seine eigene Tochter hat dann protestiert, sie sei doch ak-geboren :x)

Die Gemeinde kommt damit ganz gut klar, viele finden es auch toll, dass vor allem Leute da sind, die sich eben bewusst entschieden haben und darum auch größeres Engagement zeigen.

Gruß
Adsartha

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Wo kämen wir hin, wenn keiner ginge um zu sehen, wohin wir kämen, wenn wir gingen?


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 Betreff des Beitrags: Re: Alt-Altkatholiken
BeitragVerfasst: 25. April 2010 17:30 
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Registriert: 4. Dezember 2007 11:25
Beiträge: 1542
Hier kann ich mich Eilike wirklich nur anschließen. Bisher habe ich es nirgends erlebt, dass man in den Gemeinden irgendwie scheel auf Konvertiten geschaut hat, übrigens auch nicht auf Dekanatswochenenden oder beim Kongress oder Treffen auf irgendwelchen Kirchentagen. Man sieht es den Leuten ja nicht an. Dass es überhaupt ein Problem geben könnte, habe ich erst hier im Forum gemerkt. Ich weiß natürlich nicht, ob es bei Synoden irgendwie ein Thema ist, ich kann es mir nicht so richtig vorstellen.

Tarec


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 Betreff des Beitrags: Re: Alt-Altkatholiken
BeitragVerfasst: 25. April 2010 22:09 
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tmansor hat geschrieben:
Hier kann ich mich Eilike wirklich nur anschließen. Bisher habe ich es nirgends erlebt, dass man in den Gemeinden irgendwie scheel auf Konvertiten geschaut hat, übrigens auch nicht auf Dekanatswochenenden oder beim Kongress oder Treffen auf irgendwelchen Kirchentagen. Man sieht es den Leuten ja nicht an. Dass es überhaupt ein Problem geben könnte, habe ich erst hier im Forum gemerkt. Ich weiß natürlich nicht, ob es bei Synoden irgendwie ein Thema ist, ich kann es mir nicht so richtig vorstellen.

Ich bin auf zwei Synoden gewesen und habe auch keine solche Kommentare gehört. Vielleicht möchte man nicht, sowas or einem Anglikaner zu sagen. 8)

Cheers,

John

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 Betreff des Beitrags: Re: Alt-Altkatholiken
BeitragVerfasst: 26. Juli 2010 11:56 
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Registriert: 16. Februar 2009 18:35
Beiträge: 21
Günther Esser hat mal seine Erfahrung als Pfarrer mit geborenen Altkatholiken so dargestellt: Da kommt jemand, den er garnicht kennt und der sagt: "Herr Pfarrer, wir sind seit sechs Generationen altkatholisch!" Die Kinder sollen es auch werden. Man tauft die Kinder und dann hört und sieht man nichts mehr von ihm. Vielleicht wieder bei nächsten familiären Anlass oder bei der Beerdigung.

In der römisch-katholischen Kirche herrschte die Sonntagspflicht, in der alt-katholischen Kirche die Freiheit, sich zu entscheiden. Natürlich entscheidet sich dann ein traditioneller gebürtiger Alt-Katholik nahezu reflexartig, nicht am Sonntagsgottesdienst teilzunehmen. Man ist ja schließlich kein "Römer"!

Das bedeutet nicht, dass diese Leute keine Bindung an ihre Kirche oder kein alt-katholisches Selbstbewußtsein haben. Ich war mal auf einem Gemeindefest in Gütenbach: Bei der Messe waren maximal 20 - 30 Teilnehmer: alles "Konvertiten" einschließlich Pfarrer. Als die Messe dann rum war, der Bierstand offen und die Friteuse lief, da war die Hütte voll mit gebürtigen Altkatholiken und es war richtig nett.

Zum einen zur Frage, ob es Probleme zwischen geborenen und konvertierten Alt-Katholiken geben kann: Nein. Denn die begegnen einander nicht. Die Konvertiten sind in der Kirche und die Gebürtigen sind auf dem Trimmpfad, im Schwimmbad, im Garten, etc. Wie will man sich streiten, wenn man sich nicht trifft?

Zum anderen muss man sich fragen, ob es nicht andere Formen gibt, als Gemeinde zusammen zu leben, als immer nur den Sonntagsgottesdienst. Zumal in der Diaspora - und das ist in der alt-katholischen Kirche ja fast überall - muss es andere Formen der Lebensbegleitung und des Gemeinschaftserlebens geben.

Die Anforderungen an die Seelsorger gehen weg von der "Komm-her-Kirche" zur "Geh-hin-Kirche". Ein Seelsorger kann in der alt-katholischen Diaspora nicht darauf warten, dass die Leute zu ihm kommen. Er muss selbst von sich aus in Kontakt zu den verstreuten Gemeindemitgliedern treten. Das macht das Ganze wesentlich arbeitsintensiver, sollte bei der zahlenmäßigen Größe der Gemeinden aber auch machbar sein.


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 Betreff des Beitrags: Re: Alt-Altkatholiken
BeitragVerfasst: 26. Juli 2010 13:27 
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Registriert: 5. November 2005 13:01
Beiträge: 1042
Zum letzten Absatz: 100% JA!
DIE Form der Seelsorge ist Gott-lob für viele Pfarrer der Hausbesuch.
Dann gibt's auf Gemeindeebene nicht nur Besinnungstage, sondern auch "Kamingespräche", Sommerfeste, Patronatsfeste, im Gemeindeverband bzw. auf Dekanatsebene Begegnungs- und Besinnungstage...
Schau mal - im Internet soweit möglich - in verschiedene Gemeindebriefe!

Stefan Wedra hat geschrieben:
In der römisch-katholischen Kirche herrschte die Sonntagspflicht, in der alt-katholischen Kirche die Freiheit, sich zu entscheiden. Natürlich entscheidet sich dann ein traditioneller gebürtiger Alt-Katholik nahezu reflexartig, nicht am Sonntagsgottesdienst teilzunehmen. Man ist ja schließlich kein "Römer"!

Das bedeutet nicht, dass diese Leute keine Bindung an ihre Kirche oder kein alt-katholisches Selbstbewußtsein haben. Ich war mal auf einem Gemeindefest in Gütenbach: Bei der Messe waren maximal 20 - 30 Teilnehmer: alles "Konvertiten" einschließlich Pfarrer. Als die Messe dann rum war, der Bierstand offen und die Friteuse lief, da war die Hütte voll mit gebürtigen Altkatholiken und es war richtig nett.


Ist wohl etwas ironsich überzeichnet ???

Das hofft jedenfalls
Eilike

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 Betreff des Beitrags: Re: Alt-Altkatholiken
BeitragVerfasst: 26. Juli 2010 17:05 
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Registriert: 10. Dezember 2005 23:20
Beiträge: 788
Wohnort: Weidenberg, Nordostbayern
In unserer Gemeinde stellen die Konvertiten die Überzahl - selbst unter den Gemeindegründern - vertriebene Sudetendeutsche - ist eine nennenswerte Anzahl an Konvertiten. Dann gibt es noch ein paar Erwachsenenbeitritte, die vorher keiner christlichen Kirche angehörten und daher auch gleich getauft werden mussten (was sind die eigentlich? Konvertiten oder Alt-Altkatholiken?)

Probleme zwischen Konvertiten und getauften Altkatholiken kenne ich nicht - zumindest nicht aufgrund dieser Differenzierung. Probleme zwischen Menschen gibt es natürlich auch in unserer Gemeinde - aber die haben dann üblicherweise völlig andere Ursachen. Auch wenn die Streithähne zufällig alt-altkatholisch und neu-altkatholisch sind...


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