Mensch und Kirche

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 Betreff des Beitrags: Gleich zwei Bischöfe zu Gast in Kaufbeuren
BeitragVerfasst: 20. Januar 2010 09:24 
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Gleich zwei Bischöfe zu Gast in Kaufbeuren

Besuch - Altkatholische und evangelische Kirche feiern 25 Jahre Abendmahlsgemeinschaft

Hoher kirchlicher Besuch wird am kommenden Sonntag in Kaufbeuren erwartet: Sowohl der evangelische Landesbischof Dr. Johannes Friedrich als auch der für die alt-katholische Kirche in Deutschland zuständige Bischof Joachim Vobbe kommen in die Wertachstadt. Anlass ist die seit einem Vierteljahrhundert bestehende Abendmahlsgemeinschaft der beiden Kirchen. Seitdem dürfen altkatholische und evangelische Christen gemeinsam zum Abendmahl gehen.

Schon seit vielen Jahren gibt es in Kaufbeuren gemeinsame Gottesdienste der altkatholischen Gemeinde in Neugablonz und der evangelischen Dreifaltigkeitskirche in der Altstadt Kaufbeurens. Seit 2009 wechseln sie sich dabei immer ab: Immer am dritten Sonntag nach Heilig-Drei-König wird gemeinsam ein Abendmahlsgottesdienst gefeiert.

Der hohe Besuch wird um 9.30 Uhr in der Dreifaltigkeitskirche gemeinsam Gottesdienst feiern. Die Predigt übernimmt Bischof Vobbe, Landesbischof Friedrich wird die Leitung der Abendmahlsfeier haben. Dabei wirken der alt-katholische Pfarrer Armin Strenzel aus Neugablonz und der evangelische Pfarrer Thomas Kretschmar aus Kaufbeuren mit. Im Anschluss an den Gottesdienst findet ein Empfang im Matthias-Lauber-Haus statt, zu der auch die Öffentlichkeit eingeladen ist. Friedrich und Oberbürgermeister Stefan Bosse werden Grußworte sprechen.

Bischof Vobbe wird als amtierender Bischof zum letzten Mal die Gemeinde in Neugablonz besuchen, da er im März in den Ruhestand tritt. Landesbischof Friedrich war zuletzt zum 400-jährigen Jubiläum der Dreifaltigkeitskirche in Kaufbeuren. Er leitet seit 1999 die evangelische Landeskirche in Bayern und wurde 2005 zum leitenden Bischof der Lutheraner in ganz Deutschland gewählt.

Der gemeinsame Gottesdienst der evangelischen und altkatholischen Gemeinden findet am kommenden Sonntag um 9.30 Uhr in der Dreifaltigkeitskirche statt.

Quelle + Rechte bei: http://www.all-in.de/nachrichten/allgae ... 759,705043

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 Betreff des Beitrags: Re: Gleich zwei Bischöfe zu Gast in Kaufbeuren
BeitragVerfasst: 20. Januar 2010 11:04 
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Warum hat man sich gerade so einen kleinen Ort ausgesucht und keine größere Stadt? Das geht nicht ganz klar hervor. Ein größere Ort wäre doch von der Infoverbreitung "effektiver" gewesen.

Ich wünsche Kaufbeuren auf jeden Fall eine schöne Feier und einen denkwürdigen Tag :)

Gruß
Adsartha


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 Betreff des Beitrags: Re: Gleich zwei Bischöfe zu Gast in Kaufbeuren
BeitragVerfasst: 20. Januar 2010 11:34 
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Adsartha hat geschrieben:
Warum hat man sich gerade so einen kleinen Ort ausgesucht und keine größere Stadt? Das geht nicht ganz klar hervor. Ein größere Ort wäre doch von der Infoverbreitung "effektiver" gewesen.

Ich wünsche Kaufbeuren auf jeden Fall eine schöne Feier und einen denkwürdigen Tag :)

Gruß
Adsartha


weil: "altkatholisches Kernland." :D


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 Betreff des Beitrags: Re: Gleich zwei Bischöfe zu Gast in Kaufbeuren
BeitragVerfasst: 20. Januar 2010 13:38 
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Hat Bischof Joachim nicht gesagt, dass die Vereinbarung über die gegenseitige Einladung zur Eucharistie in der Praxis nicht mehr funktioniere? (Weil die evang. Seite die Rolle des ordinierten Amtes nicht mehr so ernst wie früher nimmt.) Warum hält man dann solche gemeinsame Festgottesdienste, als ob alles in Ordnung wäre?


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 Betreff des Beitrags: Re: Gleich zwei Bischöfe zu Gast in Kaufbeuren
BeitragVerfasst: 20. Januar 2010 14:42 
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Péter hat geschrieben:
Hat Bischof Joachim nicht gesagt, dass die Vereinbarung über die gegenseitige Einladung zur Eucharistie in der Praxis nicht mehr funktioniere? (Weil die evang. Seite die Rolle des ordinierten Amtes nicht mehr so ernst wie früher nimmt.) Warum hält man dann solche gemeinsame Festgottesdienste, als ob alles in Ordnung wäre?


Ich habe eine neue Information: Bischof Joachim habe zwar Probleme mit gewissen Erscheinungen gehabt, so negativ habe er aber nicht formuliert. Jetzt scheint mir der Festgottesdienst nicht mehr unlogisch zu sein.


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 Betreff des Beitrags: Re: Gleich zwei Bischöfe zu Gast in Kaufbeuren
BeitragVerfasst: 20. Januar 2010 15:18 
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So ist es!
Sicher gibt es schon seit Jahren den Wunsch nach Verbesserungen; das ist schon beim gemeinsamen Gottesdienst beim Kirchentag in Hannover 2005 ausgesprochen worden. Aber die Vereinbarung ist nach wie vor in Kraft, Gott sei Dank!

Gruß!
Eilike

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 Betreff des Beitrags: Re: Gleich zwei Bischöfe zu Gast in Kaufbeuren
BeitragVerfasst: 20. Januar 2010 16:22 
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Péter hat geschrieben:
Péter hat geschrieben:
Hat Bischof Joachim nicht gesagt, dass die Vereinbarung über die gegenseitige Einladung zur Eucharistie in der Praxis nicht mehr funktioniere? (Weil die evang. Seite die Rolle des ordinierten Amtes nicht mehr so ernst wie früher nimmt.) Warum hält man dann solche gemeinsame Festgottesdienste, als ob alles in Ordnung wäre?


Ich habe eine neue Information: Bischof Joachim habe zwar Probleme mit gewissen Erscheinungen gehabt, so negativ habe er aber nicht formuliert. Jetzt scheint mir der Festgottesdienst nicht mehr unlogisch zu sein.


Dann hat der damalige Kipa-Reporter, dem Vobbe das sagte, wohl etwas "missverstanden". Das scheint häufig zu passieren, der einen Seite sagt man das, der anderen jenes, so dass jeder das hört, was ihm gefällt.

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 Betreff des Beitrags: Re: Gleich zwei Bischöfe zu Gast in Kaufbeuren
BeitragVerfasst: 20. Januar 2010 17:34 
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Ich erlebe gerade, wie schwer in dieser Sache, hier in Bezug auf eine aktive Rolle in der evangelischen Michaelsbruderschaft, sich die SELK tut. So unterschiedlich kann das sein!

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 Betreff des Beitrags: Re: Gleich zwei Bischöfe zu Gast in Kaufbeuren
BeitragVerfasst: 25. Januar 2010 00:13 
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Zum Thema "Gegenseitige Einladung zur Eucharistie" vgl. Meldungen auf unserer Bistums-Homepage!

Eilike

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 Betreff des Beitrags: Re: Gleich zwei Bischöfe zu Gast in Kaufbeuren
BeitragVerfasst: 4. Februar 2010 09:29 
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http://velkd.ekd.de/pressemitteilung-vom-24-01-2010.php hat geschrieben:
Leitender Bischof der VELKD würdigt eucharistische Gastbereitschaft mit Alt-Katholiken
Festgottesdienst in Kaufbeuren erinnert an gemeinsame Erklärung vor 25 Jahren

Kaufbeuren/Hannover – Die „Gegenseitige Einladung zur Teilnahme an der Feier zur Eucharistie“, auf die sich das Katholische Bistum der Alt-Katholiken in Deutschland mit der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD) und die Arnoldshainer Konferenz (AKf) vor 25 Jahren verständigte, hat „Modellcharakter“ für Übereinkünfte auch mit anderen Kirchen. Darauf hat der Leitende Bischof der VELKD, Landesbischof Dr. Johannes Friedrich (München), am 24. Januar in Kaufbeuren hingewiesen. Anlässlich der am 25. März 1985 getroffenen Vereinbarung fand in Kaufbeuren ein gemeinsamer Gottesdienst mit Bischof Joachim Vobbe statt. Im Anschluss sagte Friedrich in einem Vortrag, diese Erklärung könne „durchaus Modell für eine Vereinbarung mit der römisch-katholischen Kirche sein“. Die der Abmachung vorangegangenen Lehrgespräche hätten in der Frage des Abendmahls zwar keine vollständige Übereinstimmung gebracht, „aber sie ergaben doch, dass unsere Kirchen in den Grundfragen des Glaubens ein gemeinsames Zeugnis abgeben können“. „Es musste nicht verhandelt werden, bis eine totale Lehrübereinstimmung erzielt wurde, sondern mit ihrer jeweiligen Lehrüberzeugung unterstellten sich unsere Kirchen dem Einheitsgebot unseres Herrn“, so Friedrich. Einheit dokumentiere sich nicht in der totalen Lehrübereinstimmung, sondern im Einheitswillen, dem die jeweilige Lehrtradition zu dienen habe. Reformatorische oder altkatholische Lehrüberzeugung habe also nicht ihren Wert jeweils in sich, sondern sie bekomme ihren Wert durch den Gehorsam gegenüber dem Gebot Christi, dass seine Kirche einig und eine sei. Dies sei keine Marginalisierung der eigenen Lehrtradition, sondern ihre ökumenische Profilierung.

Die Vereinbarung begründe keine Abendmahlsgemeinschaft zwischen der Altkatholischen Kirche und den evangelischen Kirchen. Dazu hätte es umfassenderer theologischer Klärungen bedurft. Jenseits aller Diskussionen über Interkommunion sei aber die eucharistische Gastbereitschaft eine seelsorgerliche und ekklesiologische Chance (Anm.: Ekklesiologie = Lehre von der Kirche). „Die wurde genutzt“, betonte der Leitende Bischof. Seit 25 Jahren könnten sich die Gemeinden gegenseitig kennenlernen – „ohne Barrieren und Verbote“. Wenn Walter Kardinal Kasper von einer „Ökumene des Lebens“ spreche, dann könne man sagen: „Hier ist zu erfahren, wie sie zustande kommt und auch gelingt. Es ist gelebte Ökumene aus dem gepredigten Evangelium und dem von Christus gestifteten Mahl. Es ist nicht gelebte Ökumene unter Umgehung des Tischs des Herrn.“ Es sei ganz wichtig, dass aus Anlass des Jubiläums publik werde, dass diese Vereinbarung bestehe und was sie bedeute. Nicht zuletzt, damit unsere römisch-katholischen Schwestern und Brüder sehen, was ökumenisch möglich wäre. „Es kann sehr einfach sein, von Konkurrenz zu Gemeinsamkeit zu kommen. Dazu müssen wir nur die Mauern der Abgrenzung niederreißen, die in aller Regel aus Angst errichtet werden“, Johannes Friedrich wörtlich. Ein solcher Schritt sei die Vereinbarung von 1985. „Das Verhältnis zwischen unseren Kirchen ist entspannt, ohne dass eine von beiden ihre Identität verloren hat. Sie ist ein Geschenk für die Menschen und zugleich ein Zeugnis des Gehorsams gegenüber Christus. Von ihr ist nun 25 Jahre Segen ausgegangen. Möge sie auch weiter segensreich sein und unsere Kirchen in immer engere Gemeinschaft führen!“

Hannover, Sonntag, 24. Januar 2010
Udo Hahn
Pressesprecher der VELKD

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Er kann auch erkennen, dass A falsch war.“
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