NACHRICHTENTICKER BLUMBERG
Alt-Katholiken blicken nach vorne
Blumberg. Die sechs alt-katholischen Gemeinden rund um Blumberg haben sich in den vergangenen Jahren vor allem um Sanierungen und Baumaßnahmen kümmern müssen. Nun soll die Gemeindearbeit wieder in den Mittelpunkt gerückt werden.
Das betonte Pfarrer Armin Luhmer im Vorfeld der gestrigen Gemeindeversammlung im Gasthaus »Hirschen«.
Der Vorsitzender des Gesamtgemeindeverbands Randen und Wutachtal, Franz-Josef Stadler aus Stühlingen, eröffnete die Versammlung, bei der neben der Annahme des neuen Haushaltsplans und der Entlastung von Kassiererin Simone Pfeiffer die Terminübersicht für das laufende Jahr auf der Tagesordnung standen. Diese stellte Pfarrer Luhmer vor. Ein Höhepunkt ist die Fahrt nach Karlsruhe zur Bischofsweihe von Matthias Ring am Samstag, 20. März. Auch ein Besuch des ökumenischen Kirchentages in München vom 12. bis 16. Mai ist geplant. Außerdem stehen im Sommer eine Kinderfreizeit, ein Gitarrenkurs sowie weitere Jugendangebote auf dem Programm. Im Bereich Jugendarbeit werde Vikar Ulf-Martin Schmidt künftig noch mehr machen.
Die vergangenen Jahre standen bei den Alt-Katholiken im Zeichen von Renovierungen und Baumaßnahmen: der Bau des Glockenturms vor der Christuskirche in Blumberg, die Sanierung des Vikariats in Kommingen sowie die Renovierung der Johanneskirche ebenda. Letztere sorgte innerhalb der Gemeinde für Gesprächsstoff, da Kurat Peter Klein, der auch als Künstler arbeitet, den Innenraum samt des Wandbildes umgestaltete. Ein Kompromiss brachte die Lösung: Die neue wärmeverkleidete Wand, an der nun ein großes Holzkreuz hängt, kann entfernt werden. Somit kann das Wandbild bei Bedarf freigelegt werden.
Seelsorge und Gottesdienste stehen nun im Mittelpunkt
In Zukunft, so Pfarrer Luhmer im Vorfeld der Versammlung, wolle man sich wieder der eigentlichen Gemeindearbeit widmen. »Als Schwerpunkte haben Vikar Schmidt und ich drei Punkte benannt: Seelsorge, Gottesdienste und Religionsunterricht«, erklärt Luhmer und ergänzt mit einem Augenzwinkern: »Ich hoffe, mit dem Bauen wird’s weniger.«
Vikar Schmidt werde den Gemeinden weiter erhalten bleiben, so Armin Luhmer. Zwar habe er sein Pfarrerexamen gemacht, möchte aber noch als Vikar in Kommingen tätig sein. In der Alt-Katholischen Kirche kann sich – anders als in der Römisch-Katholischen – ein Pfarrer aktiv auf eine Stelle bewerben. Dazu meint Armin Luhmer: »Wir hätten gerne wieder zwei Pfarrstellen für die sechs Gemeinden, so wie früher. Aber das hängt natürlich vom Bistum ab.« Eine Gelegenheit dies anzusprechen haben die Blumberger Alt-Katholiken im April. Dann wird der neue Bischof, Matthias Ring, zur Firmung der Jugendlichen erwartet.
Der Alt-Katholische-Gemeindeverband besteht aus den sechs selbstständigen Gemeinden in Blumberg, Kommingen, Fützen, Stühlingen, Schwaningen und Mundelfingen. Pfarrer Armin Luhmer und Vikar Ulf-Martin Schmidt sind für die sechs Gemeinden zuständig. Insgesamt zählen die Gemeinden rund 760 Mitglieder. Diese Zahl ist in den vergangenen Jahren stetig angestiegen (wir berichteten).
Die Alt-Katholische Kirche in Deutschland umfasst: fünf Dekanate, 55 Pfarrgemeinden, 40 Pfarrämter, 100 Priester/innen, 15 Diakone/innen und rund 15 000 Mitglieder.
· Bischof ist Joachim Vobbe, ab 20. März Matthias Ring.
· Entstehung: Die alt-katholischen Kirchen außerhalb der Niederlande entstanden im Anschluss an das Erste Vatikanische Konzil (1870). Die katholischen Christen, die die Beschlüsse des Konzils nicht annahmen, wurden exkommuniziert. Sie schlossen sich zu Gemeinden und schließlich zu Bistümern zusammen und wählten auf Synoden eigene Bischöfe. Diese wurden von Bischöfen der Alt-Katholischen Kirche der Niederlande konsekriert.
Die wesentlichen Konfliktpunkte waren die auf dem Ersten Vatikanischen Konzil formulierten Dogmen von der Unfehlbarkeit sowie dem Jurisdiktionsprimat des Papstes (der vom Papst beanspruchte Vorrang als Führer des Christentums). Die Utrechter Erklärung von 1889 ist das Gründungsdokument der Utrechter Union der Alt-katholischen Kirchen. Als Präsident der Internationalen Bischofskonferenz hat der Erzbischof von Utrecht den Ehrenprimat unter den alt-katholischen Bischöfen inne.
· Informationen unter
www.alt-katholisch.de (ksk)
Von Karl Kovacs
03.03.2010 - aktualisiert am 03.03.2010 10:48