Mensch und Kirche

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 Betreff des Beitrags: Tradition oder wirklicher Glaube?
BeitragVerfasst: 6. Dezember 2009 19:15 
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Gerade jetzt in der Weihnachtszeit stellt sich diese Frage.
Fast 90% aller Deutschen werden einen Weihnachtsbaum aufstellen, in unzähligen Familien steht auch eine Krippe, am heiligen Abend werden Weihnachtslieder gesungen. Aber es scheint, dass in vielen Familien die Geschenke wichtiger sind als der Glaube.

Hier also die Frage an Euch:
Macht Ihr das aus einem tiefen Glauben heraus oder doch eher aus Tradition, weil es eben immer schon so gemacht wurde?

Und ist die Tradition nicht doch eine Basis, auf Grund derer der Glaube wieder wachsen kann?

Pierre :stop:

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 Betreff des Beitrags: Re: Tradition oder wirklicher Glaube?
BeitragVerfasst: 6. Dezember 2009 21:01 
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Registriert: 26. November 2009 22:01
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Spannende Frage!
Ich persönlich mache aus tiefster Glaubensüberzeugung. Wobei mein Glaube das ganze Jahr über für mich wichtig ist. Aber warum sollte nicht jemand, der / die aus reiner Tradition an Weihnachten in die Kirche geht, so von Gott berührt werden, dass es für ihn / sie ein Anfang für einen wachsenden Glauben sein kann. Dem Kirchenvater der Methodisten hat ein Prediger einmal gesagt: "Predige solange bis du das Evangelium hast, und dann predige es, weil du es hast."


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 Betreff des Beitrags: Re: Tradition oder wirklicher Glaube?
BeitragVerfasst: 7. Dezember 2009 13:49 
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Hallo Pierre

ich bin davon überzeugt, dass der Glaube vor allem als Tradition von einer Generation an die nächste weitergereicht wird. Man macht es halt so (Weihnachtsbaum bei den Christen, Ramadan bei den Muslimen usw. usf.) weil es eben schon immer so war und es einen Teil der Gruppenidentität darstellt.

Manche Leute denken dann genauer darüber nach - manche nicht. Für Kinder ist das wieder anders wie für Erwachsene.

Ich denke, an der Tradition ist nichts schlechtes, wie jeder diese Tradition dann mit Bedeutung füllt, ist eine individuelle Angelegenheit.

Gruß
Adsartha


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 Betreff des Beitrags: Re: Tradition oder wirklicher Glaube?
BeitragVerfasst: 7. Dezember 2009 14:53 
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Adsartha hat geschrieben:
Hallo Pierre

ich bin davon überzeugt, dass der Glaube vor allem als Tradition von einer Generation an die nächste weitergereicht wird. Man macht es halt so (Weihnachtsbaum bei den Christen, Ramadan bei den Muslimen usw. usf.) weil es eben schon immer so war und es einen Teil der Gruppenidentität darstellt.

Manche Leute denken dann genauer darüber nach - manche nicht. Für Kinder ist das wieder anders wie für Erwachsene.

Ich denke, an der Tradition ist nichts schlechtes, wie jeder diese Tradition dann mit Bedeutung füllt, ist eine individuelle Angelegenheit.

Gruß
Adsartha


Schon recht, aber viele gläubige Christen sehen das anders. Für sie sind die Feste wesentlich und ohne tiefen Glauben nicht zu feiern.
Pierre

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 Betreff des Beitrags: Re: Tradition oder wirklicher Glaube?
BeitragVerfasst: 7. Dezember 2009 18:45 
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@die Techniker hier:
Ich bekomme seit neustem keine Benachrichtigungen mehr, dass jemand auf Beiträge von mir geantwortet hat, obwohl der Haken gesetzt ist :?: Lässt sich das beheben? Das wäre super. Danke :-f im Voraus
Adsartha


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 Betreff des Beitrags: Re: Tradition oder wirklicher Glaube?
BeitragVerfasst: 8. Dezember 2009 09:40 
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Du musst nur das entsprechende Kästchen anklicken.

Pierre

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 Betreff des Beitrags: Re: Tradition oder wirklicher Glaube?
BeitragVerfasst: 8. Dezember 2009 11:19 
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Ganz klar aus Glauben und - wo es da ist - aus Wissen. Mag sein, dass da heraus etwas Tradition bei uns wird. Aber nur aus purer Tradition: Nein, da mache ich kaum mit!

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 Betreff des Beitrags: Re: Tradition oder wirklicher Glaube?
BeitragVerfasst: 8. Dezember 2009 12:46 
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Vielleicht liegt die innere Abkehr vieler Menschen auch am Unvermögen der Kirchen, die Faszination der kirchlichen und religiösen Feste rüberzubringen, wirklich zu vermitteln. Bei meiner letzten Mitternachtsmette, es ist schon einige Jahre her, stand der Pfarrer fast eine Stunde mit erhobenem Finger auf der Kanzel.... und entsprechend waren seine Worte. Da war nichts Festliches zu erkennen.

Die Religionen sind aufgerufen, Menschen auf dem spirituellen Weg anzuleiten..... zu führen ohne Zwang und Druck.....

Pierre

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 Betreff des Beitrags: Re: Tradition oder wirklicher Glaube?
BeitragVerfasst: 8. Dezember 2009 15:23 
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Hallo Pierre,

bei der Beantwortung Deiner Frage bin ich mir selbst nicht ganz schlüssig. Viele Traditionen haben sich in das Leben eingeprägt, sie sorgen für Orientierung und Geborgenheit. Mit einigen Traditionen verbindet man schöne Erinnerungen oder sie sprechen einen Menschen auf eine besondere Weise an. Mir geht es jedenfalls so. Nur: ich bemerke bei mir selbst immer mal wieder Brüche, Situationen, bei denen mir alte, gute Gewohnheiten plötzlich fremd werden und ich siehe mit anderen Augen sehe. Ein Beispiel war für mich ebenfalls die Christmette, sinnigerweise bei einer, wo ich gar nicht dabei war, sondern erst beim Festgottesdienst am Weihnachtsfeiertag. Ich konnte damals nicht zur Christmette und musste mich auf den Weihnachtsgottesdienst am 1. Weihnachtsfeiertag bei einer ortsnahen Kirche beschränken. Die Kirche war fast leer!
Mit einem Schlag wurde mir klar, die Leute gingen nur wegen der "heimelig-romantischen" Atmosphäre in die Christmette (und nebenbei bekam ich einen knallharten Blick auf den wahren Zustand des Christentums hierzulande).

Tarec


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 Betreff des Beitrags: Re: Tradition oder wirklicher Glaube?
BeitragVerfasst: 8. Dezember 2009 23:23 
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Im Internet gefunden,, Autor unbekannt

Wer gammelt so spät noch durch Sträucher und Tann?
Ich mag es nicht glauben, der Weihnachtsmann.

Sein Mantel ist rot und sein Bart nicht verschneit,
und für einen Schwatz hat er wohl eh keine Zeit.
Die Hände voll mit Tüten von Aldi und Netto,
und bestimmt hat der Alte auch noch andere Marken in petto.

Jetzt wird mir's auch klar und ich wundre mich nich,
das ich jedes Jahr von Aldi nen Schlafanzug krich.
Er schleppt sich kraftlos dahin durch Fichten und Tann
und es ist nicht mehr aus der Kindheit der Weihnachtsmann.

Denn der kam mit einen Schlitten und Rentier davor,
darauf einem Sack voll Spielzeug und Süßen und dazu sang ein Engelchor.
Der Weihnachtsmann aus der Kindheit war ein lustiger Mann,
doch der hier ist traurig man sieht es ihm an.

Er schleppt keinen Sack mehr mit kleinen Geschenken.
Nein, er hält duzende Plastetüten in seinen knorrigen Händen.
"He Alter", so sag ich ganz still vor mich hin,
"was ist nur aus Dir geworden, was ist des Weihnachtsfest Sinn?"

Da plötzlich dreht er sich zu mir um,
er macht einen Schritt auf mich zu und ich werde stumm.
Dann spricht er zu mir der alte Weihnachtsmann,
und es fällt ihm wohl schwer, man sieht es ihm an.

"Das Fest der Liebe ist es lange nicht mehr,
alle wollen viel Fressen und der Geschenke noch mehr.
Nur die teuersten Geschenke müssen es sein,
aber es gibt auch welche, für die kauf bei Aldi ich ein.

Die Menschen wurden undankbar, geldgeil und gierig
und sagt überhaupt einer Danke, dann klingt das schon schmierig.
Dabei gibt es anderswo viel Kummer und Leid.
Doch daran zu denken hat wohl keiner mehr Zeit.

Auch der Sinn des Christfest von einst ging verloren
wurde einst doch laut Bibel der Heiland geboren.
Doch besinnliche Weihnacht, das kannst Du heute vergessen,
erst Geschenke aufreissen dann kräftig fressen,
welch Kind singt heut noch ein Lied, wer kennt noch ein Gedicht
und nach dem Ursprung der Weihnacht frag ich lieber nicht.

Das heilige Fest wie wir einst es gedacht,
wurde lange schon durch Euch zum Konsumrauschfest gemacht.
Ich schleppe mich ab jedes Jahr mit den teuersten Geschenken
aber an den Ursprung der Weihnacht tut heut keiner mehr denken."

Und als seine Worte zu Ende er bringt,
eine Träne mehr über seine Wangen rinnt.
"Mach's besser, mein Freund" so ruft er mir noch zu,
dann verschwindet er zwischen den Bäumen im Nu.

Noch lange steh ich zwischen Fichten und Tann,
dann mehme ich meine Gedanken zusamm,
ich gehe nach Hause und für mich steht es fest
ich feiere dieses Jahr das alte Weihnachtsfest.

Wir werden zusammen sitzen unterm Tannenbaum
und ich erzähle meinen Kindern von einem Traum.
Von einem Traum eines alternden Mann
den dennoch jeder der will auch erfüllen kann.

Und wir werden der wahren Weihnacht gedenken
und uns nicht sinnlos mit Werten beschenken,
und singen die alten Lieder im Kerzenschein,
ja, und wer weiß, vielleicht kehrt der alte Weihnachtsmann dann bei uns ein.

Ich wünsche es mir und Euch allen von Herzen
eine frohe gesunde Weihnacht ohne Ärger und Schmerzen,
ohne viel Stress mit viel mehr besinnlicher Zeit,
die Ohren macht auf, die Herzen macht weit.
Ich hoffe es wird ein Fest der Liebe und Freude denn dann,
und das sage ich Euch schon heute, gibt es irgendwo zwischen Sträuchern und Tann,
einen alten, aber glücklichen Weihnachtsmann.

Pierre, nachdenklich

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 Betreff des Beitrags: Re: Tradition oder wirklicher Glaube?
BeitragVerfasst: 25. Dezember 2009 04:24 
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Registriert: 15. September 2009 16:04
Beiträge: 112
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Tradition oder wirklicher Glaube?

Danke, Pierre, für Deine tiefgündige Frage.

Es ist wohl beides darin. Tradition in dem Sinne, dass die Geschichte von der Geburt des Cristus, des Kindes in der Krippe, uns überliefert, tradiert, wurde. Ohne diese Tradition wüssten wir ja gar nichts vom Heilswirken unseres Erlösers.
Ohne Tradition kein Wissen von vergangenem Geschehen.

Doch was ist "wirklicher" Glaube"?
Wohl nur ein solcher Glaube, der auch - wirklich - etwas bewirkt. "Was du getan hast den Geringsten unter meinen Geschwistern ..." so spricht derselbe Christus, der an Weihnachten geboren wurde, durch das Evangelium zu uns.
ER ist geboren. ER ist am Kreuz gestorben, ER ist auferstanden. So sprechen wir in jeder Messe: "Christus ist gestorben, Christus ist erstanden."

Der Moment, in dem das Wort Fleisch wurde, der Moment, da ER am Kreuze schrie, warum denn Sein Vater Ihn verlassen hätte, und der Moment, da der Engel sprach: " Er ist nicht hier. Was suchet ihr den Lebenden bei den Toten?" - diese drei Momente gehören für mich zusammen. Mag jedes von Euch da draußen denken, wie einfältig dies sei, doch so, ja so einfach ist mein Glaube: Christus ist geboren, Christus ist gestorben, Christus ist auferstanden. Und da er der Erstgeborene der neuen Schöpfung ist, wird er uns alle zu Seinem himmlischen Königreich hinziehen. Und er tut dies schon heute, hier und jetzt, Er schreit in allen Seinen Schwestern und Brüdern, die gottverlassen scheinen. Doch Er wurde ihnen gleich - bis zum Tod am Kreuz. Und Er ist auferstanden - gegen alle menschliche Verzweiflung, gegen die Verfallenheit des Daseins an den Tod.

Gottes Verheißung in Seinem Sohn steht gegen alle unsere Erfahrung.

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Der Leib zieht die Seele an sich und öffnet die Sinne; die Sinne aber berühren die Seele und ziehen den Leib an sich. (Hildegard von Bingen)


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 Betreff des Beitrags: Re: Tradition oder wirklicher Glaube?
BeitragVerfasst: 25. Dezember 2009 11:54 
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joesto hat geschrieben:
Gottes Verheißung in Seinem Sohn steht gegen alle unsere Erfahrung.


Lieber Freund,

da ich zwischen 3 Religionen aufwuchs, habe ich, vielleicht verständlicher Weise, Probleme mit dem Alleinvertretungsanspruch der christlichen Kirchen. Denn damit werden alle anderen Religionen und Gläubige abgewertet.(Ungläubige, Götzendiener usw.)

Die Basis meines Glaubens ist Gott, oder, wie ich lieber sage, das Göttliche, um IHN oder ES nicht zu vermenschlichen.

Und darin fühle ich mich ausgesprochen gut. Wobei Jesus mir nicht gleichgültig ist, er ist einer der ganz wenigen großen Propheten unserer Welt. Für mich, natürlich. Und ich will hier nicht in irgend einer Richtung missionieren, sondern nur ganz einfach meine Empfindungen und Gefühle beschreiben. Letztlich kann jeder nur "seinen" eigenen Glauben leben, und wahrscheinlich ist alles richtig.

Noch ein wunderschönes Weihnachtsfest für Dich (das wir natürlich auch feiern, wie viele Menschen in unserem Umfeld.)

Und der Weihnachtsbaum hängt bei uns an der Decke, wie früher hier im Elsass üblich. Er wurde an Stelle des Kronleuchters, der damals ja auch nur mit Kerzen bestückt war, über den Esstisch gehängt. Und die damals wohl spärlicheren Geschenke lagen auf dem Tisch. Im Ecomuseum hier bei Mulhouse ist eine Weihnachtsausstellung, in der die alten Bräuche gezeigt werden.

Pierre
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 Betreff des Beitrags: Re: Tradition oder wirklicher Glaube?
BeitragVerfasst: 25. Dezember 2009 14:09 
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:?: Da bin ich ratlos!

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 Betreff des Beitrags: Re: Tradition oder wirklicher Glaube?
BeitragVerfasst: 25. Dezember 2009 18:37 
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Silesia hat geschrieben:
:?: Da bin ich ratlos!



???????

Pierre, kannitverstan

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 Betreff des Beitrags: Re: Tradition oder wirklicher Glaube?
BeitragVerfasst: 27. Dezember 2009 22:56 
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Wohnort: Oberniederschlausitz
Das liegt mir jetzt wirklich zu weit ab. Das ist für mich Universalismus. Da will ich mich nicht in Details verzetteln.

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