Adsartha hat geschrieben:
Raphi hat geschrieben:
Ich denke, hier gibt es unterschiedliche Ansätze: du gehst von der Frau aus, Willibrord und ich vom Kind.
Darum frage ich mich als Frau auch, ob Männer bei dem Thema überhaupt zu qualifizierten Aussagen befähigt sind. Natürlich werden Männer Väter und viele nehmen diese Rolle sehr verantwortungsbewusst und gut wahr. Aber schwanger mit allem was dazu gehört, werden Männer eben nie.
Diese Aussage weise ich zurück, erstens weil es um eine ethische Frage geht und um eine Frage, in der die Religion eine grosse Rolle spielt und da können auch Männer mitreden. Und zweitens weil die Väter in dieser Frage sowieso zu wenig Rechte haben. Es ist auch ihr Kind, trotzdem haben sie keinerlei Mitspracherecht. Die Partnerin eines guten Freundes wurde durch einen "Unfall" schwanger und trieb ab, weil sie sich nicht bereit fühlte ein Kind zu haben (die beiden waren damals 18), er hätte das Kind aber mit seiner Mutter aufgezogen. Trotzdem wurde das Kind abgetrieben, trotz des Angebots der Grossmutter. Das führte dann auch zum Aus der Beziehung.
In anderen Ländern sieht es da besser aus, in einigen Ländern müssen die Erzeuger ihre Unterschrift auch geben. Okay, schwierig wirds, wenn die Dame nicht feststellen kann, wer denn der Erzeuger ist.
Interessant ist auch die Ansicht des Judentums: Abtreibung ist aus Sicht dieser Religion nur vertretbar, wenn die Mutter sonst sterben würde. Das Kind ist übrigens nach Aussage des Talmuds "Besitz des Vaters".
Adsartha hat geschrieben:
Raphi hat geschrieben:
Natürlich ist Vergewaltigung ein schreckliches Verbrechen, doch rechtfertigt diese Tatsache die Auslöschung eines unschuldigen Lebens?
Und das rechtfertigt diese Liste an Leiden der Frau:
- Übelkeit mit möglicher Schädigung von Speiseröhre und Zähnen, die nicht für das hochkommen von Magensäure gemacht sind.
- Kreislaufbelastung in der Schwangerschaft
- Belastung der Gelenke und Knochen, die das zusätzliche Gewicht tragen müssen
- Zahnschäden (jedes Kind ein Zahn) da Kalzium für den Knochenaufbau des Kindes der Mutter entzogen wird, gerade wenn sie wegen Punkt 1 Schwierigkeiten hat, ihr Essen bei sich zu behalten
- Dammrisse und -schnitte bei der Entbindung
- Kaiserschnitt
- die Schmerzen der Wehen bzw. die Schmerzen der Narbenheilung bei Kaiserschnitt
Meine Mutter sagte dazu mal, dass die Beschwerden der Schwangerschaft rein gar nichts seien im Vergleich zum Gefühl, wenn man sein Kind zum ersten mal in den Armen hält.
Adsartha hat geschrieben:
Bitte bitte, versetzt Euch doch für 5 Minuten in die Lage der Frau!!!!
Die schärfsten Gegner der Abtreibung, die ich kenne, sind allesamt Frauen. Meine Mutter, meine Schwester und meine engste Freundin z.B. lehnen Abtreibung - ausser in ganz gewissen Situationen wie Lebensgefahr für die Mutter - vehemt ab. Die Freundin hat sogar einmal einer guten Freundin von ihr die Freundschaft gekündigt, nachdem jene zum wiederholten Mal abgetrieben hat, weil sie "vergessen" hatte zu verhüten.
Adsartha hat geschrieben:
Und dann möchte ich auf keinen Fall das Kind eines Psychopaten austragen - woher wollt Ihr denn wissen, dass das Kind eines Kriminellen nicht auch wieder kriminell wird??? Besonders, wenn es dann ein Junge wird - der nächste Vergewaltiger????
Diese Aussage verurteile ich ganz entschieden und sie ist meiner Meinung nach auch zutiefst unchristlich. Liebe Adsartha, denk doch mal nach, was du hier sagst! Gene spielen zwar eine Rolle in der Entwicklung, aber die Theorien, wonach sie den Charakter so entschieden beeinflussen, wie du es hier sagst, sind nicht erwiesen und ausserdem völlig daneben. Das impliziert eine Zweiklassenmenschheit: die Guten und jene mit verdorbenen Genen. Eine höchst gefährliche Ansicht! Nach deiner Aussage müsstet ihr Deutsche allesamt Antisemiten, Nazis und Völkermörder sein. Und das ist bei Gott nicht so!
Mir jedenfalls tut es in der Seele weh, wenn ich an all die Leben (Hundertausende sind das jährlich alleine in Westeuropa) denke, die ausgelöscht werden, noch bevor sie ihren ersten Atemzug auf Erden tun können, und das meist eben weil man zu dumm ist zu verhüten und sich den Folgen nicht stellen will.