Mensch und Kirche

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 Betreff des Beitrags: Alt-Katholiken und die Allversöhnungslehre (Apokatasis)
BeitragVerfasst: 17. Mai 2010 20:37 
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Hallo liebe Forumsleut,
ich habe mich in diesem Forum angmeldet weil ich von euch gerne wissen möchte wie Ihr als

Alt-Katholische Kirche zu der Allversöhnungslehre steht?
Habt ihr dazu eine offizielle Stellungnahme, einen Katechismus und glaubt ihr verbindlich an eine ewige Hölle wie es die Römisch-Katholische Kirche (zuletzt im Erwachsenen-Katechismus 1985 gelehrt) tut?

Ich bin aus der katholischen Kirche ausgetreten obwohl ich auch nebenberuflich Diplom-Theologie studiere weil ich im Studium zur Erkenntnis (wie Origenes) komme, daß diese Lehre richtig ist - ich also als Christ nicht glaube, daß es eine ewige Hölle gibt und das Menschen von Gott im Feuersee auf ewig gequält werden oder auf ewig von Gott getrennt werden und irgendwann die Tür für immer verschlossen sei; sprich: ich glaube, daß am Ende jede Kreatur gerettet wird.

Jetzt such ich nach einer neuen Kirche die mich akzeptiert - derzeit gibt es aber anscheinend keine andere christliche Glaubensgemeinschaft die Allversöhner akzeptieren würden in ihren eigenen Reihen...ich habe überall geschaut - keine nimmt mich auf bzw. würde mich voll integrieren mit dieser "Irrlehre".

Kann man mit dieser Einstellung überhaupt Alt-Katholischer Priester werden und eine Gemeinde leiten und werden diese Menschen ausgegrenzt in eurer Gemeinschaft?

Meinetwegen können wir auch darüber diskutieren warum ich so gut über Gott denke :brav:

Liebe Grüße
Bibelkundiger


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 Betreff des Beitrags: Re: Alt-Katholiken und die Allversöhnungslehre (Apokatasis)
BeitragVerfasst: 17. Mai 2010 20:44 
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Hallo

hier viewtopic.php?f=24&t=1368 findest Du die Katechismen der CKK und der AKKD.

Im Katechismus der CKK (den ich für eher orthodox angehaucht halte, im Gegensatz zu dem der AKKD, der mehr west-katholisch ist) dürften auf Seite 35 die Fragen 122 und 123 in Deinem Sinne beantwortet sein.

Gruß
Adsartha

PS: Herzlich Willkommen :)

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Wo kämen wir hin, wenn keiner ginge um zu sehen, wohin wir kämen, wenn wir gingen?


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 Betreff des Beitrags: Re: Alt-Katholiken und die Allversöhnungslehre (Apokatasis)
BeitragVerfasst: 17. Mai 2010 21:04 
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Beiträge: 1227
Hallo, vielleicht hilft auch das ein wenig:

Bischof Urs Küry - Kleine Unterscheidungslehre hat geschrieben:
Lehrstück: Die Letzten Dinge

Die Verstorbenen gehen ein in einen
Zwischenzustand, in dem sie durch die
Gnade Christi geläutert werden. Für die
Gläubigen und Gehorsamen ist er in der
Vorkenntnis des Kommenden ein Zustand
der Seligkeit und des Friedens, für die
anderen ein solcher der Furcht und des
Schreckens. Christus, der am Ende der
Zeiten wiederkommen wird, wird Tote und
Lebende endgültig richten. Die Gerechten
wird er in verklärter Gestalt zu sich in die
ewige Seligkeit aufnehmen, die
Unbussfertigen verwerfen und alle Dinge
zum Reich der Vollendung wandeln.


Stammt vom selben Verfasser wie der Katechismus der CKK.

Die Altkatholiken nehmen die sieben ökumenischen Konzilien an, auf dem II. Konzil von Konstantinopel wurde die Allversöhnungslehre verurteilt und für unvereinbar mit dem katholischen Glauben erklärt.

II. Konstantinopel hat geschrieben:
Wenn einer sagt oder meint, die Bestrafung der Teufel und der gottlosen Menschen sei zeitlich und werde zu irgendeiner Zeit ein Ende haben, oder es werde eine Wiedereinbringung von Teufeln oder gottlosen Menschen geben, der sei verworfen.


Bibelkundiger hat geschrieben:
Jetzt such ich nach einer neuen Kirche die mich akzeptiert - derzeit gibt es aber anscheinend keine andere christliche Glaubensgemeinschaft die Allversöhner akzeptieren würden in ihren eigenen Reihen...ich habe überall geschaut - keine nimmt mich auf bzw. würde mich voll integrieren mit dieser "Irrlehre".


Wie ist das zu verstehen? Wer hat dich nicht akzeptiert?

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Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und das Wort war Gott. Alles ist durch das Wort geworden und ohne das Wort wurde nichts, was geworden ist. (Joh 1,1/3)


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 Betreff des Beitrags: Re: Alt-Katholiken und die Allversöhnungslehre (Apokatasis)
BeitragVerfasst: 17. Mai 2010 21:19 
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Registriert: 17. Mai 2010 08:36
Beiträge: 10
Hallo Adsartha, Hallo miteinander,
Danke für die Dokumente - nach Frage 299 - 307 ist die Allversöhnungslehre nicht komplett ausgeschlossen meiner Meinung nach :


299. Werden alle Menschen in die ewige Seligkeit eingehen?
Nein; nur die Gerechten werden in die ewige
Seligkeit eingehen.
,,Wisset ihr nicht, daß Ungerechte das Reich Gottes
nicht besitzen werden?"

Kommentar: wir sind aber gerettet durch den Glauben an Jesus Christus - nirgendwo in der Bibel steht aber, daß man nicht auch den Glauben an Jesus noch im Tod erfahren kann da wir zu allen Zeiten einen freien Willen haben. Wenn man das so radikal stehen lässt wäre die "Fegefeuer-Läuterung", wie sie weiter unten vertreten wird, unbiblisch - behaupten ja alle Freikirchler den Katholiken gegenüber den eine Läuterung NACH dem Tode würde es dann doch für alle geben die Ungerectht gewesen wären.

Außerdem gibt es eine wichtige Bibelstelle wonach "Ungläubige" nach ihren Werken gerichtet werden...

3oo. Wann gehen die Gerechten in die ewige Seligkeit ein?
Diejenigen, die als Gerechte aus diesem Leben scheiden,
gehen gleich nach ihrem Tode in die ewige Seligkeit ein'

Kommentar: eine Bibelstelle wurde nicht genannt - viele Christen meinen aber, daß alle erst gleichzeitig gerichtet werden und nicht gleich jeder nach seinem Tod - manche meinen, sie werden erst ins Paradies gebracht bis zur Zeit des Jüngsten Tages um dann in das Himmelsreich zu kommen zusammen - aber egal - sie berufen sich auf die Hoffnung des Christen, der mit Jesus am Kreuu starb - "Heute wirst Du MIT MIR im Paradies sein".

3o5. Gehen,diejenigen, welche nicht als Gerechte aus diesem Leben scheiden, auch gleich nach dem Tode in die ewige Seligkeit ein?
Nein; diejenigen, die nicht als Gerechte aus diesem Leben
scheiden, bedürfen erst einer Läuterung, weil nichts Unreines
in den Himmel eingehen kann.

Kommentar: WO steht das denn in der Bibel ? Entweder ist jemand gerecht oder ungerecht oder kann jemand nur Halb-gerecht sein ? Wo steht das alles mit der Läuterung? Und was für einen Allversöhner viel wichtiger wäre: warum werden nur bestimmte Leute geläutert und nicht ALLE Sünder ?

3o6. Ist über die Art und Weise und über die Dauer dieser Läuterung etwas
geoffenbart ?

Nein; darüber ist nichts'geoffenbart.

Kommentar: schade, und wo wird die ewige Trennung gelehrt wenn schon rein gar nichts vom Fegefeuer gelehrt wurde? Vielleicht wollte Gott bewusst dazu keine Aussagen machen und damit bleibt für jeden Spielraum für die Allversöhnungslehre.

3o7. Was geschieht mit den völlig unbußfertigenSündern nach ihremTode?
Die völlig unbußfertigen Sünder werden der Anschauung
Gottes nicht teilhaftig, sondern geraten in einen Zusland
größter Unseligkeit.

Kommentar:
OK- ja und weiter ? Was sind völlig unbußfertige Sünder denn jetzt auf einmal ? Sünder der Güteklasse A - positiv II ? Die Bibel spricht doch nur von Sünder...

Ich kann daraus nicht entnehmen, daß man aus dem Zustand der Unseligkeit nicht wieder von Gott herausgeholt werden kann weil der Unselige bereut und büsst, nur, daß man im Falle einer weiteren Ablehung nicht zu Gott kommen kann - logisch, behaupten ja die Allversöhner nicht - sie sagen ja nur, daß sich alle Kreaturen doch irgendwann freiwillig ihr Knie dem König beugen werden...ich denke eben wegen der Liebe Jesu zu allen.

3o8. Wissen die Menschen auf Erden, ob ein Verstorbener in die ewige
Seligkeit eingegangen ist?

Nein; dies weiß auf Erden niemand.

Kommentar: Wenn niemand weiss, ob es jemand in den Himmel geschafft hat (halte ich für problematisch nach Joh, 16 und Röm 8, 16) - wie kann man dan behaupten, daß Menschen die ewige Hölle erleiden müssen oder werden und wenn es überhaupt treffen wird ? Eine Aussage dazu wäre dann ebenfalls unlogisch...


ALso wäre es für einen Alt-Katholiken erlaubt an die Allversöhnungslehre zu glauben ohne Repression? Was würde mit einem Priester passieren wenn er dieses von sich gibt?

Liebe Grüße
Bibelkundiger


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 Betreff des Beitrags: Re: Alt-Katholiken und die Allversöhnungslehre (Apokatasis)
BeitragVerfasst: 17. Mai 2010 21:33 
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Beiträge: 1227
Bibelkundiger hat geschrieben:
Kommentar: Wenn niemand weiss, ob es jemand in den Himmel geschafft hat (halte ich für problematisch nach Joh, 16 und Röm 8, 16) - wie kann man dan behaupten, daß Menschen die ewige Hölle erleiden müssen oder werden und wenn es überhaupt treffen wird ? Eine Aussage dazu wäre dann ebenfalls unlogisch...


Zürcher Bibel (von 2007) hat geschrieben:
Mt 25,41
Dann wird er denen zur Linken sagen: Geht weg von mir, ihr Verfluchten, in das ewige Feuer, das bereitet ist für den Teufel und seine Engel!

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 Betreff des Beitrags: Re: Alt-Katholiken und die Allversöhnungslehre (Apokatasis)
BeitragVerfasst: 17. Mai 2010 22:03 
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Registriert: 5. November 2005 13:01
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Bibelkundiger,
wichtiger als dies Forum dürften für die Beantwortung deiner Frage persönliche Gespräche mit Seelsorgern sein. Dabei vermute ich sogar, dass du deswegen nicht aus der römisch-katholischen Kirche hättest austreten müssen. Also, mich würde auch die Frage interessieren, wer dich nicht akzeptiert. Hast du mit rk. Priestern darüber gesprochen?
Bei Gesprächen mit deutschen Alt-Katholiken wirst du unterschiedliche Antworten bekommen; so wie der christkatholische Katechismus das vor Jahrzehnten formulierte, würde das in Dtschl. heute wohl kaum noch gedruckt, einfach weil uns darüber nichts offenbart wurde.
Auch die von Raphi zitierte Stelle Mt 25, 41. sagt ja nichts darüber, wieviele bzw. ob überhaupt irgend jemand auf der "linken" Seite steht. Darum geht es doch.
Aber ich vermute, dass das zu den Fragen gehört, über die Raphi und ich kaum jemals einer Meinung sein werden.

Eilike

_________________
Wir sind eine Kirche mit katholischer Bindung und evangelischer Freiheit.


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 Betreff des Beitrags: Re: Alt-Katholiken und die Allversöhnungslehre (Apokatasis)
BeitragVerfasst: 17. Mai 2010 23:31 
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Bibelkundiger hat geschrieben:
derzeit gibt es aber anscheinend keine andere christliche Glaubensgemeinschaft die Allversöhner akzeptieren würden in ihren eigenen Reihen...ich habe überall geschaut - keine nimmt mich auf bzw. würde mich voll integrieren mit dieser "Irrlehre".



Wie wäre es denn mit den Quakern ?

http://www.rgdf.de//index.php?option=co ... e&Itemid=1

http://www.the-independent-friend.de/


Du hast keine ausreichende Berechtigung, um die Dateianhänge dieses Beitrags anzusehen.

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Hic fuit


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 Betreff des Beitrags: Re: Alt-Katholiken und die Allversöhnungslehre (Apokatasis)
BeitragVerfasst: 18. Mai 2010 00:23 
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Hallo Ralphi,
ewiges Feuer ist aber falsch übersetzt - es heisst dort wörtlich :
Feuer von Äon zu Äon - von einem Zeitalter bis zum nächsten (nämlichen dem kommenden) Zeitalter - Luther hat da echt geschlammt...

im übrigen:
Röm. 11 32 Denn Gott hat alle miteinander in den Unglauben verschlossen, damit er sich aller erbarme.

Kol. 1 16 Denn in ihm ist alles in den Himmeln und auf der Erde geschaffen worden, das Sichtbare und das Unsichtbare, es seien Throne oder Herrschaften oder Gewalten oder Mächte: ALLES ist durch ihn und zu ihm hin geschaffen; 17 und {er} ist vor allem, und alles besteht durch ihn. 18 Und {er} ist das Haupt des Leibes, der Gemeinde. Er ist der Anfang, der Erstgeborene aus den Toten, damit er in allem den Vorrang habe; 19 denn es gefiel der ganzen Fülle, in ihm zu wohnen 20 und durch ihn ALLES mit sich zu versöhnen - indem er Frieden gemacht hat durch das Blut seines Kreuzes - durch ihn, sei es, was auf der Erde oder was in den Himmeln ist

Gute Nacht
Bibelkundiger


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 Betreff des Beitrags: Re: Alt-Katholiken und die Allversöhnungslehre (Apokatasis)
BeitragVerfasst: 18. Mai 2010 00:27 
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Wenn man erst auf uralte und blutrünstige Konzilsbeschlüsse zurück greifen muss um diese Lehre zu verdammen, dann scheint ja wirklich Diskussionsbedarf zu bestehen.

Als Student der katholischen Theologie habe ich mich natürlich umfassend mit diesem ominösen Konzil beschäftigt.

Auf dem II. Konzil in Konstantinopel (553 n. Chr.) wurde überhaupt nicht Origenes verdammt – ja es wurde überhaupt nicht Origenes verhandelt – sämtliche Akten sind nämlich nicht mehr auffindbar schon damals gewesen bzw. in allen Geschichtsquellen ist NICHTS davon geschrieben– nachgewiesen ist, daß es nur eine Geschichtsquelle gegen Ende des 18. Jahrhunderts gibt, der diesen Bannfluch so zitiert…und zwar auf ein separates Blatt hat man Bannflüche in Wien gefunden und jetzt meinte man damals in der Kirche, man hätte sie wohl auf irgendeinen Konzil abgefasst – genauso gut könnte jeder Bischof eigenmächtig sowas gefälscht haben um die Lehre der Apokatasis in der Neuzeit zu verdammen.

Tatache ist, daß Justinian in seiner eigenen Ostkirchensynode Origines durch Bannflüche verflucht hat, 543 n. Chr – genau diese Bannflüche treten in diesem ominösem lose Blatt wortgetreu auf – DESWEGEN hat man dieses Blatt dem II. Konzil zugeordnet, was aber falsch ist und nachweislich eben nicht verhandelt wurde weil die nachfolgenden Päpste davon nichts wissen.

Mit Kirchenfälschungen sollte man ja als kritischer Theologe vertraut sein - also existiert lediglich ein loses Blatt gegen Ende des 18. Jahrhundert entgegen den anderen Geschichtsquellen und Berichten von diesem Konzil! Es wurde nur über sog. Drei Kapitel – verstorbene Ketzerbischöfe gegen Justinian verhandelt und das der Nachwelt berichtet – selbst die nachfolgenden Päpste Pelagius I. (556–561), Pelagius II. (579–590) und Gregorius (590–604) wussten rein gar nichts von einem Bannfluch gegen Origines und seiner Lehre – sie haben es nie erwähnt! Papst Vigilius hat sich geweigert das Konzil aufzusuchen (obwohl er in Konstantinopel anwesend war zu der Zeit), das Konzil war lediglich von Vertretern der Ostkirche besucht – es war faktisch und rechtlich eine Ostkirchensynode - der Papst hat noch nicht einmal, obwohl Papst, den Vorsitz geführt, und damit ist jedes Konzil hinfällig auch nach damaligen Recht.

Man hat DEN PAPST aus dem Konzilsakten gestrichen was bedeutete, daß Justinian ihn willkürlich abgesetzt hatte, was er nicht durfte. Ihm wurde auch von Justinian Gewalt angetan und er musste Fronarbeit, also in den Bergwerken, arbeiten, um ihn weich zu klopfen.

Kirchenrechtlich ist damit dieses Konzil nicht bindend da es gewaltsam zustande kam – natürlich ist es egal was die Amtskirche in Rom JETZT dazu sagt da hier eindeutig gegen geltendes Konzilsrecht verstoßen wurde und solange es keinen Kirchenbeschluß der Alt-Katholiken 8wie verbindlich wäre denn der?) gibt dieses sieben für absolut verbindlich zu erklären (welche Bannflüche eigentlich genau?), existiert auch keine Pflicht dieses schäbige Konzil anzuerkennen.

Zwar hat Papst Vigilius 6 Monate später unter Androhung eines Schismas zum Wohle der Einheit der Kirche und seiner eigenen Sicherheit (Gegenpapst, Exkommunikation) Konzilsbeschlüsse unterschrieben – aber es ist bis heute nicht bekannt, ja sogar wegen der nachweislich gefälschten Akten ZIEMLICH sicher bekannt, daß der Bannfluch gegen Origenes eben nicht die Unterschrift Vigilius trägt, sondern die Beschlüsse andere Themen hatte und dieser Bannfluch eine Fälschung aus der Neuzeit ist.

Nö, ein solches Konzil bezüglich Origenes braucht kein Katholik anzuerkennen – der Stand der Geschichtsforschung ist viel weiter.

Im Übrigen wenn euch euren Katechismus lese:
179. .Wann galten-die_Entscheidungen der Kirchenversammlungen in Glau-
bensfragen als verbindlich für die ganze Kirche?
Sie galten als verbindlich, wenn die Kirchenversammlung
eine allgemeine (ökumenische) war, das heißt, wenn wirklich
die ganze Kirche auf ihr vertreten war und wenn die Ver-
handlungen in voller Freiheit der Teilnehmer stattfanden.

ALSO : Laut eigenem Katechismus der Alt-Katholischen Kirche darf dieses Konzil nicht anerkannt werden aufgrund der eindeutigen geschichtlichen Überlieferung und Quellenlage. Gibt es noch eine andere Quelle in der Alt-Katholischen Kirche, daß die Verfluchung von Origenes bestätigt?

Übrigens: Ihr Alt-Katholiken erkennt ja nicht das 1. Vatikanische Konzil an EBEN WEIL nicht die gesamte römisch-katholische Kirche anwesend war – eine Meinung, die so ziemlich an den Haaren herbeigezogen ist weil ihr als Alt-Katholische Kirche natürlich ein Problem mit DEREN KONZILSBESCHLÜSSEN habt! Wäre es nicht vielleicht ehrlich den Inhalt abzulehnen anstatt sich auf Formalien zurück zu ziehen….

Wo steht bei den Alt-Katholiken, daß sie sämtliche sieben Konzilsbeschlüsse voll und uneingeschränkt anerkennt?

Wenn Ihr allenfalls die ersten sieben anerkennt, daß erkennt ihr ja tatsächlich auch an, daß ungetaufte Kinder nicht ins Himmelreich kommen (Lehre Augustinus – zuerst auf dem Konzil von Karthago) –
nee, im Ernst ?! Wirklich ? Ach ja, und wie schon damals die Konzilsbeschlüsse über den Umgang mit Häretikern denkt, macht ihr euch auch zu eigen ?
Denkt mal über die Folgen dieser Äußerung nach oder aber man kommt dazu sich als Alt-Katholik nur die Rosinen von den Konzilsbeschlüssen heraus zu picken…

Persönlich möchte ich noch anmerken, daß es ja wohl nicht sein kann ein Konzil anzuerkennen der ersichtlich nur die Interessen von Kaiser Justinian und seiner Kaiserin, welche sich als Massenmörderin von ca. 500 Prostituierten hervorgetan hat (sie war selbst eine Kurtisane von Justinian) verfolgte als Argument, daß die Allversöhnungslehre falsch sei.

Liebe Grüße
Bibelkundiger


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 Betreff des Beitrags: Re: Alt-Katholiken und die Allversöhnungslehre (Apokatasis)
BeitragVerfasst: 18. Mai 2010 07:06 
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Lieber Bibelkundiger,

Die Allversöhnungslehre des Origenes sehe ich auch mit Skepsis (Berücksichtigung des freien Willens des Menschen?), es gibt aber auch die Lehre von Hans Urs von Balthasar zu diesem Thema, die in RKK und AKK legitim vertreten wird.

Was meinst du dazu?


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 Betreff des Beitrags: Re: Alt-Katholiken und die Allversöhnungslehre (Apokatasis)
BeitragVerfasst: 18. Mai 2010 09:25 
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Bibelkundiger hat geschrieben:
Wenn man erst auf uralte und blutrünstige Konzilsbeschlüsse zurück greifen muss um diese Lehre zu verdammen, dann scheint ja wirklich Diskussionsbedarf zu bestehen.

Als Student der katholischen Theologie habe ich mich natürlich umfassend mit diesem ominösen Konzil beschäftigt.

Auf dem II. Konzil in Konstantinopel (553 n. Chr.) wurde überhaupt nicht Origenes verdammt – ja es wurde überhaupt nicht Origenes verhandelt – sämtliche Akten sind nämlich nicht mehr auffindbar schon damals gewesen bzw. in allen Geschichtsquellen ist NICHTS davon geschrieben– nachgewiesen ist, daß es nur eine Geschichtsquelle gegen Ende des 18. Jahrhunderts gibt, der diesen Bannfluch so zitiert…und zwar auf ein separates Blatt hat man Bannflüche in Wien gefunden und jetzt meinte man damals in der Kirche, man hätte sie wohl auf irgendeinen Konzil abgefasst – genauso gut könnte jeder Bischof eigenmächtig sowas gefälscht haben um die Lehre der Apokatasis in der Neuzeit zu verdammen.

Tatache ist, daß Justinian in seiner eigenen Ostkirchensynode Origines durch Bannflüche verflucht hat, 543 n. Chr – genau diese Bannflüche treten in diesem ominösem lose Blatt wortgetreu auf – DESWEGEN hat man dieses Blatt dem II. Konzil zugeordnet, was aber falsch ist und nachweislich eben nicht verhandelt wurde weil die nachfolgenden Päpste davon nichts wissen.

Mit Kirchenfälschungen sollte man ja als kritischer Theologe vertraut sein - also existiert lediglich ein loses Blatt gegen Ende des 18. Jahrhundert entgegen den anderen Geschichtsquellen und Berichten von diesem Konzil! Es wurde nur über sog. Drei Kapitel – verstorbene Ketzerbischöfe gegen Justinian verhandelt und das der Nachwelt berichtet – selbst die nachfolgenden Päpste Pelagius I. (556–561), Pelagius II. (579–590) und Gregorius (590–604) wussten rein gar nichts von einem Bannfluch gegen Origines und seiner Lehre – sie haben es nie erwähnt! Papst Vigilius hat sich geweigert das Konzil aufzusuchen (obwohl er in Konstantinopel anwesend war zu der Zeit), das Konzil war lediglich von Vertretern der Ostkirche besucht – es war faktisch und rechtlich eine Ostkirchensynode - der Papst hat noch nicht einmal, obwohl Papst, den Vorsitz geführt, und damit ist jedes Konzil hinfällig auch nach damaligen Recht.

Man hat DEN PAPST aus dem Konzilsakten gestrichen was bedeutete, daß Justinian ihn willkürlich abgesetzt hatte, was er nicht durfte. Ihm wurde auch von Justinian Gewalt angetan und er musste Fronarbeit, also in den Bergwerken, arbeiten, um ihn weich zu klopfen.

Kirchenrechtlich ist damit dieses Konzil nicht bindend da es gewaltsam zustande kam – natürlich ist es egal was die Amtskirche in Rom JETZT dazu sagt da hier eindeutig gegen geltendes Konzilsrecht verstoßen wurde und solange es keinen Kirchenbeschluß der Alt-Katholiken 8wie verbindlich wäre denn der?) gibt dieses sieben für absolut verbindlich zu erklären (welche Bannflüche eigentlich genau?), existiert auch keine Pflicht dieses schäbige Konzil anzuerkennen.

Zwar hat Papst Vigilius 6 Monate später unter Androhung eines Schismas zum Wohle der Einheit der Kirche und seiner eigenen Sicherheit (Gegenpapst, Exkommunikation) Konzilsbeschlüsse unterschrieben – aber es ist bis heute nicht bekannt, ja sogar wegen der nachweislich gefälschten Akten ZIEMLICH sicher bekannt, daß der Bannfluch gegen Origenes eben nicht die Unterschrift Vigilius trägt, sondern die Beschlüsse andere Themen hatte und dieser Bannfluch eine Fälschung aus der Neuzeit ist.

Nö, ein solches Konzil bezüglich Origenes braucht kein Katholik anzuerkennen – der Stand der Geschichtsforschung ist viel weiter.

Im Übrigen wenn euch euren Katechismus lese:
179. .Wann galten-die_Entscheidungen der Kirchenversammlungen in Glau-
bensfragen als verbindlich für die ganze Kirche?
Sie galten als verbindlich, wenn die Kirchenversammlung
eine allgemeine (ökumenische) war, das heißt, wenn wirklich
die ganze Kirche auf ihr vertreten war und wenn die Ver-
handlungen in voller Freiheit der Teilnehmer stattfanden.

ALSO : Laut eigenem Katechismus der Alt-Katholischen Kirche darf dieses Konzil nicht anerkannt werden aufgrund der eindeutigen geschichtlichen Überlieferung und Quellenlage. Gibt es noch eine andere Quelle in der Alt-Katholischen Kirche, daß die Verfluchung von Origenes bestätigt?

Übrigens: Ihr Alt-Katholiken erkennt ja nicht das 1. Vatikanische Konzil an EBEN WEIL nicht die gesamte römisch-katholische Kirche anwesend war – eine Meinung, die so ziemlich an den Haaren herbeigezogen ist weil ihr als Alt-Katholische Kirche natürlich ein Problem mit DEREN KONZILSBESCHLÜSSEN habt! Wäre es nicht vielleicht ehrlich den Inhalt abzulehnen anstatt sich auf Formalien zurück zu ziehen….

Wo steht bei den Alt-Katholiken, daß sie sämtliche sieben Konzilsbeschlüsse voll und uneingeschränkt anerkennt?

Wenn Ihr allenfalls die ersten sieben anerkennt, daß erkennt ihr ja tatsächlich auch an, daß ungetaufte Kinder nicht ins Himmelreich kommen (Lehre Augustinus – zuerst auf dem Konzil von Karthago) –
nee, im Ernst ?! Wirklich ? Ach ja, und wie schon damals die Konzilsbeschlüsse über den Umgang mit Häretikern denkt, macht ihr euch auch zu eigen ?
Denkt mal über die Folgen dieser Äußerung nach oder aber man kommt dazu sich als Alt-Katholik nur die Rosinen von den Konzilsbeschlüssen heraus zu picken…

Persönlich möchte ich noch anmerken, daß es ja wohl nicht sein kann ein Konzil anzuerkennen der ersichtlich nur die Interessen von Kaiser Justinian und seiner Kaiserin, welche sich als Massenmörderin von ca. 500 Prostituierten hervorgetan hat (sie war selbst eine Kurtisane von Justinian) verfolgte als Argument, daß die Allversöhnungslehre falsch sei.

Liebe Grüße
Bibelkundiger



Ich danke Dir für die Argumentation!
Kann man das anderswo zitieren?

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 Betreff des Beitrags: Re: Alt-Katholiken und die Allversöhnungslehre (Apokatasis)
BeitragVerfasst: 18. Mai 2010 09:41 
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Vorweg: die Quäker sind kein liturgisches, kein kirchliches Christentum – falls Du dies suchst also nicht die richtige Adresse. Außerdem frönt eine lautstarke Minderheit einem synkretischen Universalismus, leider!

Mit Origenes hast Du sehr recht! Die CHRISTUS-LOGOS-Weisheit verdanken wir ihm und seiner Schule!

Ich kann Dich gut verstehen, Bibelkundiger!

Mit „von Äon zu Äon“ hast Du meines Erachtens richtig gedeutet übersetzt! Das entspricht der Tatsache, dass „ewig“ nur Göttliches und Himmlisches sein kann, alles andere (zumal das Böse) kann nur das Attribut der Zeitlichkeit tragen. Der Böse selbst – entkleidet aller seiner Möglichkeiten seine Bosheit zu realisieren ist ewig Böse, da der als erstes hohes Geschöpf Gottes dieses Attribut aus ihm hat und es mitnahm in seinem Fall. Gott will ja, dass alle Menschen und alle Schöpfung gerettet wird. Er beliebt dem auch von einem Äon zu einem neuen Äon treu! Er kann gar nicht anders als es immer und immer wieder zu wollen; es ist sein Wesen. Somit ist es schier unmöglich zu allerletzt nicht erlöst zu werden. Dennoch gibt es die Möglichkeit Teil des Bösen zu werden und zu bleiben, da Gott absolut konsequent auf den freien Willen des einzelnen aufbaut!

Bei den Mariaviten wärst Du also mit einer relativen und sehr, sehr weitgehenden Allversöhnungslehre willkommen und könntest sie offensiv vertreten – eine absolute allerdings nicht! Lieder gibt es in Deutschland nur eine Arbeitsgruppe der ökumenischen Kongregation der Mariaviten, keine Kirche. Aber willkommen!

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 Betreff des Beitrags: Re: Alt-Katholiken und die Allversöhnungslehre (Apokatasis)
BeitragVerfasst: 18. Mai 2010 18:49 
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Das Kapitel "Die Vollendung des Heiles - Die Lehre von den letzten Dingen" aus Urs KÜRY "Die altkatholische Kirche".

Lest das bitte und dann denkt darüber nach, wie ruhig und offen Küry hier argumentiert. Und was für eine Bandbreite an Glaubensvorstellungen er lässt! Ich bin entsetzt über die Verbohrtheit der Diskussionen der letzten Zeit. Ich weiß auch nicht, was schlimmer ist: christliche Denkverbote und genaue Glaubensvorschriften oder das muslimische Heckmeck wer am meisten Sunna betet und fastet und längsten Kleider hat. :evil: Beides widert mich an. Da aber Denken nicht von außen kontrolliert werden kann - und sich meine Bekanntschaft mit christlichen Denkverboten auf MuK beschränkt, komme ich mit der christlichen Variante leichter zurecht. Und in der Gemeinde hier vor Ort ist eh alles ganz anders, zum Glück :)
Falls sich jemand fragt, was ich hier noch in MuK treibe: so sehr ich mich ärgere, sind doch immer ganz interesante Denkanstöße dabei - wie auch das Thema Allversöhnung - mit denen ich mich ohne MuK nie auseinandergesetzt hätte.

Gruß
Adsartha

Dateianhang:
Lehre Letzte Dinge - S1.jpg

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BeitragVerfasst: 18. Mai 2010 22:04 
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Ja es betrifft ja nicht nur den Geist und die Seele, sondern auch den Leib. Und im Tode betrifft es letzteren erst einmal noch nicht! Da kommt noch ein interessanter Aspekt hinzu: das Bitten für verstorbene Seelen, ja für einzelne Seelen überhaupt. Das ist etwas, dass mir enorm wichtig ist; ich kann gar nicht sagen WIE wichtig.

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BeitragVerfasst: 19. Mai 2010 00:59 
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Adsartha hat geschrieben:
Ich bin entsetzt über die Verbohrtheit der Diskussionen der letzten Zeit. Ich weiß auch nicht, was schlimmer ist: christliche Denkverbote und genaue Glaubensvorschriften oder das muslimische Heckmeck wer am meisten Sunna betet und fastet und längsten Kleider hat. :evil: Beides widert mich an.

Adsartha, zwar habe ich mich auch öfter mal wegen Aussagen aufgeregt, die ich als "Verbohrtheit" empfinde. Aber diese Verbohrtheit kann genau so aufrecht gehaltene und begründete Überzeugungen sein, und man sollte dementsprechend damit umgehen, auch wenn man sie selbst nicht teilt oder versteht oder nachvollzieht.

Letztendlich macht jeder Flügel der Kirche (und der breiteren Gesellschaft) Denkverbote, nur sie verpacken sie nicht als solche. Erst wenn man ein Problem mit einem solchen "Verbot" hat, wird sie als solche tituliert und angegriffen. Ich schätze aber die Teilnehmer der Diskussion durchaus ernst und sachlich ein -- also nach meinem Empfinden kein Grund angewidert zu werden, denn sie tun letztendlich nichts in ihrem Diskussionsstil, was man von der "anderen" Seite auch gerne mal täte.

Wenn wir als christliche Gemeinschaft irgendwann weiterkommen sollen, dann wird es notwendig, wenn wir dementsprechend nicht nur mit anderen (also großzügiger), sondern mit uns selbst (also kritischer) umgehen.

Cheers,

John

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