winnie hat geschrieben:
Raphi hat geschrieben:
Deine Aussage "Jeder Mensch muss sich letztlich seine "Wahrheit" selbst suchen." verurteile ich daher auf das Schärfste .....
Raphi, ich halte Axels Aussage so, wie er sie hier geschrieben hat, auch für nicht richtig oder zumindest unglücklich formuliert. Aber ich versuche sie im Zusammenhang seiner ganzen Postings hier im Thread zu lesen. Und dann gibt es keinen Grund, was zu verurteilen, höchstens was nachzufragen und geradezurücken.
Winnie
Ich preise den Herrn, dass du diese Aussage auch für "nicht richtig" oder "zumindest unglücklich formuliert" hältst. Wir sehen allerdings die Reaktion darauf unterschiedlich: ich denke es ist notwendig und richtig, zu verurteilen was zu verurteilen ist, du fragst zuerst nach. Gibt es nicht das Sprichwort: "Die Russen schiessen zuerst und fragen erst dann: Wer da?" - Ich bin in diesem Fall der Russe.
winnie hat geschrieben:
jakobus69 hat geschrieben:
Ich glaube an diesem Punkt steckt doch das Hauptproblem der ganzen Debatte...
Ich kann mich ein Leben lang fragen was GOTT will... aber es gibt darauf keine allgemein gültige Antwort.
Jeder Mensch muss sich letztlich seine "Wahrheit" selbst suchen.
Axel, wenn Du damit meinst, daß Du bis zu Deinem Lebensende Dich immer wiederfragen solltest, "wie entspreche ich Gottes Willen am Besten", dann hast Du recht. Das Leben stellt uns immer wieder vor Handlungsoptionen, für die es keine Patentrezepte gibt. Und als glaubende Menschen sollten wir auch immer wieder neu versuchen, unsere eigenen Lebensentwürfe in Übereinstimmung mit Gottes Wunsch an uns zu bekommen.
Völlig richtig.
winnie hat geschrieben:
Und ich denke, daß wir in der Selbstoffenbarung Gottes in Jesus Christus, in Schrift und Tradition (und in den Vorbildern der Heiligen) da schon recht gute Parameter mit auf den Weg bekommen haben.
Auch dies ist wahr und richtig!
winnie hat geschrieben:
Was Gott von uns will?
Nun, Gott, der dreifaltige Gott, ist die Liebe; und sein Wille an uns ist: von uns geliebt zu werden, von ganzem Herzen, mit ganzer Seele, mit allem, was wir sind und tun.
Dies geschieht im Aufbau einer persönlichen Gebetsbeziehung (gestärkt durch aktive Teilnahme an den Sakramenten und Gemeindeleben und eine gute Katechese) und gleichwertig in der tätigen Zuwendung zum Mitmenschen (also Nächstenliebe) und Gottes Schöpfung.
Halleluja - auch dies unterschreibe ich.
winnie hat geschrieben:
Buchstäbliche Befolgung von Geboten ist laut Christus nachrangig.
Das teile ich bedingt.
winnie hat geschrieben:
Und Glauben ist nicht primär (aber natürlich auch) ein "Für-wahr-halten" von Glaubenssätzen, sondern ein liebendes und hoffnungsvolles Vertrauen auf den Herrn unseres Lebens.
Nö, der katholische Glauben setzt "Für-wahr-halten" unbedingt voraus. Ein liebendes und hoffungsvolles Vertrauen auf unseren Herrn natürlich sowieso.
winnie hat geschrieben:
Dieses Vertrauen ist natürlich immer und vielleicht in der heutigen Zeit auch besonders angefochten. (Und die selbsternannten Buchhalter Gottes in diversen Foren mit ihren Katechismusweisheiten sind sicher keine Hilfe dabei, den Willen Gottes zu tun.)
Na, das sehe ich nicht ganz so. Eine allgemeingültige Lehre ist notwendig, da der katholische Glaube die Fülle der Wahrheit ist und es daher keine "verschiedenen Wahrheiten" geben kann - höchstens eine Hierarchie der Wahrheiten - wobei jene eben keine anderen Wahrheiten duldet, sondern nur die Wichtigsten Wahrheiten als unabdingbar bezeichnet.